Personal: Summer’s ending

Glyptothek Kopenhagen, August 2019

Summer is over, it rushed by in a blur.

Ab morgen beginnt das neue Semester. Der Sommer ist also offiziell vorbei und ich habe gemischte Gefühle. Einerseits ging der Sommer so schnell vorbei, gleichzeitig war er mein schwerster Sommer geprägt von dem Gefühl festgefahren zu sein, Innenschauen und unzähliger Fragen ohne Antworten. Und all das, obwohl ich zeitweise so glücklich wie noch nie war. All das, obwohl ich wundervolle Menschen in meinem Leben und diesen einen ganz besonderen, liebenswürdigen, wunderschönen Menschen an meiner Seite habe. So viele geteilte Erinnerungen. Und ich glaube, wenn ich sie hier auflisten würde, würde sich die Frage stellen, warum der Sommer so durchwachsen war. Aber es geht eben um die kleinen Momente. Die Momente dazwischen.

Ich dachte, ich hätte einiges überwunden. Hatte nicht erwartet, dass mich die Panik wieder heimsuchen könnte. Jahre später, wieder nach Luft ringend im Bett liege und nicht mehr weiß, wie man atmet. Ich mich an manchen Tagen so taub fühle, alles ist gleichgültig und egal. Und ich es an anderen kaum schaffe, das Bett zu verlassen. All die Angst vor der freien Zeit. Ich habe vergessen was mich ausmacht, wer ich bin und wie ich ich sein kann.

Dennoch gibt es so viele Momente, die ich in mein Herz schließen möchte: Kopenhagen, Prag, neben dir aufwachen, mir die Füße aus dem Leib tanzen, Sonnenaufgänge, mit euch sein, Hundefell streicheln, neue Jobs und Herausforderungen, Coffee Dates, lange Spaziergänge und Telefonate, Gespräche, wieder anfangen zu schreiben. Ein altes Leben zusammenpacken, Briefe, Online Freundschaften, Spaghetti und Pizza, deine Arme, wieder Kraft und Mut sammeln. Eine Balance finden.

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Photography: Deep Web @ Kraftwerk Berlin

Photos taken by me

Vor einiger Zeit war ich in der Ausstellung Deep Web im Kraftwerk Berlin. Es war beruhigend und magisch für ein paar Momente dem Alltag zu entfliehen, die 30 Grad draußen vor der Tür zu lassen und in das dunkle kühle Gebäude zu schlüpfen. Von der zweiten Etage aus konnte man die Lichtinstallation beobachten. Auf dem Boden sitzend oder auf die wenigen Bänke, den Kopf in den Nacken gelegt, sammelten sich einige Besucher unter den Lasern und sich bewegenden Kugeln. Passend zu bestimmten Geräuschen und elektronischen Klängen bewegten sich die Kugeln in einer Choreografie, mal hoch, mal runter, mal flackerten sie, mal stellten sie eine Art Welle dar.

Für mich der schönste Moment: Auf dem kalten Beton zu liegen, inmitten der Installation und die Lichtkugeln sich auf mich zu bewegen zu sehen. Es hat mich in einen Bann gezogen. Irgendwie magisch und galaktisch. Wie ein riesiger Sternenhimmel.

Essay: Nicht-binäre Mode: Nur ein theoretisches Hirngespinst?

Quelle Slae.Mag

Die Grundlage für dieses Essay war die Recherche meines Essays aus dem Foundation Diploma. Mich interessiert die Thematik immer noch brennend du habe das nochmal ein bisschen daran herumgebastelt. In der englischen Version wurde es übrigens in der französischen Online Publikation Slae.Mag veröffentlicht.


Sonntagabend, 23:56. Ich scrolle durch Instagram, wische mit dem Finger nach oben, nach unten und mal seltener nach rechts oder links. Bis sich schließlich ein Familienfoto auf meinen Bildschirm schiebt. Nun muss man wissen, mit meinen 19 Jahren befinde ich mich sehr weit entfernt von Familiengründung jeglicher Art, jedoch erweckte irgendetwas in diesem Bild mein Interesse. Zwei Menschen umarmen glücklich ihr Kind, es scheint gewöhnlich zunächst, normal. Erst auf den zweiten Blick erkenne ich das schwarze Tape auf der nackten Brust des Mannes – er klebt dabei seine Brustwarzen ab -, die rosa Haare des Mädchens und den kahlrasierten Kopf der Mutter; nichts erinnert an die Familien, die ich kenne oder sogar an meine eigene.
Bei diesen drei Menschen handelt es sich um eine „queere“ Familie. Ein interessanter Begriff. Laut der Onlineausgabe des Oxford Dictionary fallen darunter alle Menschen, deren „geschlechtsspezifischen Identität, (..) nicht den etablierten Vorstellungen von Sexualität und Geschlecht entspricht“, kurz: alle, die von den heteronormativen Formen abweichen. Neugierig klicke ich mich also weiter durch die Instagram-Profile dieser Familie aus Monterey, California. Erfahre, dass Emerson, der Vater, Transgender ist und Blue, die Mutter, nonbinary. Noch so ein Begriff. Abermals befrage ich Google. Non-binary oder nicht-binär bedeutet, dass die eigene Geschlechtsidentität jenseits von männlich und weiblich stattfindet und nicht konform zu den heteronormativen gesellschaftlichen Regeln ist. Es scheint, irgendwo in der Grauzone zwischen dem Bekannten, von der Gesellschaft als richtig definierten, und einer neugefundenen Freiheit.

Dass dabei die äußerliche Erscheinung und Handlung als Ausdruck dieser Geschlechtsidentität eine sehr große Rolle spielt, erkannte schon Judith Butler, indem sie das Geschlecht als öffentlichen Akt definierte. Hengameh Yaghoobifarah, nicht-binäre Modeblogger_in und Journalist_in für das Missy Magazin stimmt dem zu: „Mode ist ein Kommunikationsmittel und Ausdruck von Identität, Abgrenzung und Zugehörigkeit (…) Mode hilft mir, mich so präsentieren zu können, dass ich mich wohlfühle“. Im Grunde genommen erst einmal nichts Neues. Seit jeher stellt Mode eine Antwort auf den Zeitgeist und die gesellschaftlichen Strömungen dar. Nichtsdestotrotz, bleibt die Frage, wie sieht nicht-binäre Mode überhaupt aus? Intuitiv denke ich sofort an quirlige tumblr Mädchen, mit bunten Haaren und noch bunterer Kleidung. Stereotypen der LGBTQ+ Bewegung, die ihre nicht gesellschaftskonforme Identität wie einen strahlend-leuchtenden Regenbogen jedem unter die Nase reiben. Und ja, vielleicht gibt es diese tatsächlich auch vereinzelt. In der Regel ist nicht-binäre Mode aber Tagesform abhängig und wird von einer Kombination aus weiblichen und männlichen Elementen beherrscht.

Genderfluid ist nicht Unisex

Für Hengameh ist non-binäre Mode genauso undefiniert, wie der Begriff selbst: Sie könne „geschlechterlos oder geschlechterfluid“ sein. Genau diesen gegensätzlichen Komponenten begegne ich, als ich mich auf die Suche nach nicht geschlechtskonformer Mode sowohl im Netz, als auch auf der Straße mache. Ich sehe kahlgeschorene Köpfe, farbige Kurzhaarfrisuren und Gesichtspiercings sowie Schnitte, denen geschlechtsdefinierende Merkmale wie bestimmte Abnäher oder Anpassungen an Körperformen fehlen. Ich sehe Menschen, die wandelbar zwischen den binären Geschlechtern hin- und herwechseln und solche, die lieber eine komplette Neutralität derer erreichen möchten, ja ihr Geschlecht schlichtweg ausradieren.
Allerdings wird fälschlicherweise oftmals gerade dieses „Ausradieren“ als einzige Form von Mode jenseits der binären Geschlechter gesehen. Der Volksmund betitelt und generalisiert alles als Unisex. Aber: Unisex ist nicht gleich genderfluid. Es beschreibt lediglich das Entfernen aller Merkmale, die auf das Geschlecht eines Kleidungsstückes hinweisen, während Genderfluid das Wechseln der Geschlechter, beziehungsweise deren Kombination, bedeutet.

Nun könnte man meinen, dass diese nicht-binäre Mode von geringer Relevanz zeuge und nur einen kleinen Bevölkerungsteil anspreche – in Deutschland leben schätzungsweise 200.000 non-binary Menschen. Jedoch ist dieser Gesellschaftliche Wandel, welcher auch als Megatrend gilt, das neue „in“ der Modebranche. Von großen Haute-Couture Modehäusern wie Gucci bis hin zu Fast Fashion Labels, alle sind fasziniert von der Gender-Frage. Im März 2017 brachte sogar der Global Player H&M, welcher preisgünstige Mode für den Bevölkerungsdurchschnitt produziert, eine eigene Unisex-Kollektion heraus. „Borderless“ überzeugt durch cleane Schnitte, übergroße Silhouetten und viel Denim. Der Profit des Schwedischen Labels im Zeitraum zwischen März und Mai 2017 lag laut Business of Fashion um 10% höher als im Vorjahr. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass der Unisex-Style wohl auch beim „Otto-Normal-Verbraucher“ auf Gefallen gestoßen ist.

Genderfluide Mode bleibt zunächst nur eine Theorie

Im Gegensatz zum Unisex hat die genderfluide Mode in der Praxis gesellschaftlich noch nicht so Fuß fassen können. Vielleicht, weil sie zu sehr von der heteronormativen Vorstellung der Geschlechter abweicht. Vielleicht, weil sie neues unbeschriebenes Terrain ist und deswegen mehr Angst macht. Und vielleicht, weil sie Anderes kommuniziert und dadurch das binäre Geschlechtssystem, welches auf Attraktivität, zwischenmenschlicher Anziehung und sexueller Reproduktion aufbaut, gefährdet. Nichtsdestotrotz versuchen sich Modedesigner immer wieder daran, den richtigen Grad zwischen gesellschaftlicher Akzeptanz, Kunst und Kommerz zu finden. So auch der Koreanische Designer Juun.J, der seit 1999 sein geschlechtsüberschreitendes Herrenmodelabel führt. Geschickt kombiniert er feminine und maskuline Elemente und löst sich von der Körperlichkeit. Trotz seines fortschrittlichen Ansatzes, bleibt er dennoch in seiner Komfortzone, ja spielt den Stereotypen regelrecht zu. Juun.J verwendet ausschließlich männliche Schnitte mit femininen Details, aber kreiert weiterhin Röcke für Damen, Hosen für Herren.
Juun.J gilt als gutes Beispiel, dass es in der nicht-binären Mode trotzdem immer um die eigene individuelle Interpretation der gesellschaftlichen Regeln geht. Er kann noch so sehr mit den Geschlechtern spielen, die Grenzen zwischen ihnen dehnen und brechen, wenn Celebrities, die seine Mode trage, alles wieder zunichtemachen und die Kleidung hypersexualisieren. So wie beispielsweise Rhianna, die Juun.J‘s genderfluides oversized Hemd mit einem Gürtel in der Taille rafft und ihm dadurch wieder ein Geschlecht gibt. Sie lässt somit die Idee der genderfluiden Mode in der Praxis versagen.

Doch nur Kleidung

Man spule eine Woche zurück: Ich stehe in einem spartanisch eingerichteten Münchner Hotelzimmer. Meine beste Freundin erklärt mir mit strahlenden Augen ihren neuesten Bekleidungstrick: Hosen nur noch in der Herrenabteilung kaufen! Warum? Weil sie einfach so viel praktischer sind, große Hosentaschen, man kann alles unterbringen, endlich habe jemand einmal mitgedacht! Und ich muss an Blue denken, die sich mal weiblicher, mal männlicher fühlt. „I like boy clothes, I like girl clothes“, erklärt sie in einer Dokumentarvideo von BarcroftTV.
Wenn man sich nun von allen Vorurteilen einmal frei macht, dann geht es schlussendlich doch nur um Kleidung in ihrer ursprünglichen Form. Kleidung, die den Körper schützt und bedeckt. Kleidung für Menschen. Und schließlich geht es doch nur um das Wohlbefinden in der eigenen Haut. Und natürlich, um sich repräsentiert zu fühlen.

JPF Blog: Period Petition – Viva la menstruation

Im Rahmen des Jugendpressefrühlings 2019 – eine Medientagung für Jugendliche während des Pfingstwochenendes in Bad Segeberg – habe ich einen Artikel über die Luxussteuer auf weibliche Hygieneartikel geschrieben. Meiner Meinung ist er mir sehr gut gelungen, weshalb ich ihn hier ebenfalls gerne teilen möchte. Das Original mit mehr Illustrationen ist hier nachzulesen.


1€ – so viel kostet ein einzelner Tampon aus der Drogerie. I0.000 Stück verwendet eine Frau* durchschnittlich in ihrem Leben. Das macht also 10.000€ insgesamt – und das nicht nur für Tampons, sondern auch für Binden, Menstruationstassen oder Schmerzmittel. Eine ganze Menge Geld, für so etwas Unausweichliches wie die Periode. Und trotzdem bleibt es unabdinglich: Wer in unserer westlichen Welt nicht zu Hygieneprodukten greift, hat keine Chance. Systematische Ausgrenzung, öffentliche Demütigungen oder Schlimmeres sind automatische Folgen und Strafen, durchgeführt von der Gesellschaft selbst. Obwohl man in vielen Bereichen der Wissenschaft und medizinischen Forschung schon so viel Wissen erreicht hat, bleibt der weibliche Körper weiterhin ein stigmatisiertes und tabuisiertes Thema, gefüllt von Scham, dass nur hinter geschlossenen Türen und hervorgehaltenen Händen stattfindet. Wenn es um den Uterus in jeglicher Form geht, wird die Gesellschaft  rückschrittlich, zumindest im gesellschaftspolitischen Bereich.

Sobald es um weibliche Hygiene geht, verliert Deutschland seine Fortschrittlichkeit und deklariert natürliche Prozesse des femininen Körpers als Luxusproblem. Die regulären sieben Prozent Mehrwertsteuer, welche auf lebensnotwendige Produkte des täglichen Bedarfs angewendet wird, gilt hier nicht. Stattdessen werden Hygieneprodukte vergleichbar mit Kaviar oder Champagner als Luxusgüter eingeordnet und somit mit 19 Prozent besteuert.

Das macht eine ganze Menge aus. Auf das gesamte Leben betrachtet, von dem ungefähr 40 Jahre von der Menstruation begleitet werden, würde man ohne Steuer 200€ weniger für Tampons und Co. ausgeben. Selbst wenn man sie mit den gebräuchlichen sieben Prozent besteuert, würde jede Menstruierende immer noch ungefähr 100€ einsparen. Für Personen aus minder bemittelten Gesellschaftsschichten, marginalisierten Gruppen oder auch für Schüler und Studenten kann dieser Betrag ausschlaggebend sein. Gerade für Hartz-IV Empfänger, denen ein monatliches Budget von 15€ für ihre Gesundheit sowie Arztbesuche zur Verfügung stehen, kann es knapp werden.

„Unterschreiben für die Scheide“

Dieses Bewusstsein für die finanzielle Benachteiligung und systematischen Diskriminierung von Menstruierenden, die schon 2017 Anklang in den Medien fand, feiert nun ihr Revival.  Einhorn, ein Start-Up für “Fairstainable” (Neologismus für nachhaltig und fair) produzierte Periodenprodukte und Kondome, hat sich diesem Problem angenommen. Gemeinsam mit dem Neon Magazin haben sie einePetitionfür die Senkung der Steuer auf Perioden-Produkte ins Leben gerufen. Die beiden haben sich zum Ziel gesetzt, den “offensichtlichen Sexismus im Mehrwertsteuersystem auszuräumen” und eine “Gleichberechtigung in allen Bereichen der Politik” durchzusetzen.

Vom 30.04. 2019 bis zum 28.05. 2019 konnte jeder die „Petition 91015: Umsatzsteuer – Besteuerung von Periodenprodukten mit dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7 %“ online mitzeichnen. Man brauchte einzig und allein ein Profil bei dem Petitionsforum des Deutschen Bundestages. Inzwischen befindet sich die Petition in der Prüfung, soll aber wahrscheinlich im September diesen Jahres dem Bundestag vorgelegt werden. Die Hürde, von den dazu notwendigen 50.000 Unterschriften, wurden mit Leichtigkeit überschritten. Die Petition von einhorn und Neon hat sogar 31425 Unterzeichner mehr.    

#keinLuxus – Die Macht von Social Media

Dieser Meilenstein wäre ohne die gezielte Werbung auf Sozialen Netzwerken wie Instagram undenkbar gewesen. Seit November 2018 macht einhorn auf die Problematik der Ungerechtigkeit im Mehrwertsteuersystem aufmerksam. So haben sie nicht nur Demonstrationen, wie die zum Weltfrauentag am 8. März besucht, sondern auch eigens ein Lied kreiert. Der Rap-song „#keinluxus“ mit dazugehörigen Musikvideo soll ebenfalls mehr Aufmerksamkeit schaffen. Zudem mobilisieren Neon und einhorn mit dem gleichnamigen Hashtag ihre Community.

Seit Beginn der Petition kommunizieren und bewerbeneinhorn und Neon diese mit Illustrationen, Slogans und Fotografien intensiv auf Instagram. Und genau dieses Rühren der Werbetrommel hat den Unterschied gemacht. Spulen wir 24 Stunden vor Ende der Petition zurück: Bis dahin haben ungefähr 24.000 Menschen unterzeichnet. Neon und einhorn nehmen gezielt Kontakt auf mit großen sowie kleinen Influencern und Organisationen. Sie werden nicht nur vom MutterverlagGruner & Jahr unterstützt, sondern auch von Micromagazinen wie not another woman Mag. Zudem springen PR-Agenturen wie Bold BerlinFotografen oder Privatpersonen auf den Zug auf und teilen die Petition. Dasselbe gilt für politische Organisationen wie Stimmrecht Gegen Unrecht und sogar die Grünen Braunschweig. Nur mit dieser Unterstützung war es möglich in so kurzer Zeit so viele potentielle Unterzeichner zu erreichen und sogar rund 30.000 Unterschriften mehr zu erlangen.

Bücher statt mit Wörtern lieber mit Tampons füllen

Wie bei jeder Problematik gibt es aber auch hier Grauzonen und temporäre Lösungen. So wie beispielsweise der kreative Ansatz von the female company. Durch das Ändern der Verpackung der Tampons kann man das Gesetz umgehen und das Produkt mit den üblichen 7 Prozent besteuert. Nette Idee. Allerdings bleibt die Frage, ob es wirklich erst soweit kommen muss, dass Tampons in Bücher gelegt werden, um dem Sexismus entgegen zu wirken.

Denn gerade in Zeiten von Abtreibungsverboten in Alabama und frauenverachtenden Stimmen, wie dem Gesundheitsminister Jens Spahn, scheint diese Petition wichtiger denn je. Der Feminismus hat noch nicht seinen Gipfel erreicht. Gesetze wie das der Luxussteuer beweisen die Notwendigkeit der Anerkennung der Frauen* in der Gesellschaft und die systematische Unterdrückung durch patriarchale Gesellschaftsstrukturen. Das Gesetz der Luxussteuer ist hier nicht das einzige Beispiel. 

Noch immer braucht es Hartnäckigkeit, Repräsentation und Durchhaltevermögen, um Veränderungen zu erzeugen

Die Debatte um §218 und §219a des Strafgesetzbuches zeigt, wie der Kampf gegen veraltete Gesetze in Bezug auf Feminismus aussehen kann. Auch diese Thematik der Schwangerschaftsabbrüche hat sich mit Demonstrationen hochgeschaukelt und kulminierte ebenso in einer Petition zur Abschaffung der von Jens Spahn angeforderten Studie, zu deren „seelischen“ Folgen. Auch diese Petition zählt derzeit knapp 90.000 Unterschriften, jedoch zeugt sie als Beispiel, wie mit solchen Aufruhen hierzulande umgegangen wird. Man ignoriert, nimmt das Recht zur Meinungsäußerung durch das gezielte Sperren von Kommentarfunktionen auf dem Instagram-Account von  Jens Spahn und entscheidet sich generell lieber für die einfachen Lösungen

Es braucht also eine Menge Hartnäckigkeit, Repräsentation und Durchhaltevermögen um Veränderungen anzustoßen, ob sie aber auch durchgeführt werden bleibt aber ungeklärt. Nichtsdestotrotz kann man sich nur wünschen, dass der Verlauf zur Problematik der Herabsenkung der Mehrwertsteuer auf weibliche Hygieneartikel dennoch anders verläuft.

*“Frau“ schließt hier alle Menschen mit Uterus ein

Personal: Ruby

Sweatshirt: Pull & Bear // Jeans: Wrangler // Shoes: Vans

Bei euch halte ich die Zeit an. Bei euch schwimme ich durch weiße Stille. Den Kopf von wolkiger Watte umwickelt, die inneren Stimmen gedämpft. Bewege mich in scheinbarer Unendlichkeit, habe vergessen, welcher Tag heute ist. Es existiert nur noch das „dazwischen“: zwischen den Malzeiten, zwischen den Zeilen.