FMP Photo shoot // All clothing designed and produced by me // Hair and Make-up by me

Es ist ein komisches Gefühl diese Freiheit. Fast ein Jahr später, ich sitze wieder hier im selben Glücksshirt, meine Finger berühren die Tasten – doch ich bin nicht mehr dieselbe. Habe mich in den letzen Monaten zu oft verloren und musste mich neu definieren. Heute Morgen habe ich mein finales Projekt für die Uni abgegeben. Habe die Dokumente unterzeichnet, das Projekt in die Plastiktüte verpackt, alle Fotos von den Holzwänden genommen. Zu oft habe ich in den letzten Monaten dort gesessen, fast täglich, immer am kleine Krisen abwenden. Und jetzt bin ich hier und weiß nicht, was ich tun soll. Immer dieser komische Zwischenzustand. Zuerst ist man vom Glück erfasst, man hat die letzten Monate überstanden, hat sich nur wenig vom Stress in die Panik ziehen lassen. Und plötzlich so viel Zeit, so viele kreative Ideen, so viel, was ich machen möchte und dann diese ermüdende Erschöpfung. Wie immer ist es schwer für mich nachzulassen und einfach mal zu entspannen, vor allem da ich seit den letzten 4 Wochen keinen einzigen Tag Pause hatte. Wenn man ein hohes Tempo gewöhnt ist, ist es schwer von 100 auf 0 langsamer zu werden, abzubremsen. Aber das muss man, denn sobald man zu schnell wird, ist das Risiko zu fallen und abzustürzen so viel höher – zu groß.

Zu oft habe ich mir die letzten Tage Gedanken gemacht, Zweifel gehabt und immer wieder verteufelt, warum ich den Beginn eines wichtigen Trips genau in die Nacht nach der Abgabe gelegt habe. Hatte Angst, mich könnte das Tempo umhauen. Doch jetzt, als sich die Langeweile bemerkbar macht und die Unruhe sich anschleicht, freue ich mich. Wie immer tut es gut in Bewegung zu bleiben, ich kann das, es verscheucht alle abgründigen Gedanken, weil dazu einfach keine Zeit mehr bleibt.  

Wie gesagt, ich habe heute mein Final Major Project abgegeben. Endlich! Auf den obigen Bildern sieht man die finalen Fotos, die auch ausgestellt werden. Mein Thema war „Clothing as Identity“, ich habe versucht, durch den Schnitt die Gender Fluidität auszudrücken. Die letzten 3 Monate habe ich an dem Projekt gearbeitet. Zunächst habe ich wie immer mit viel Recherche angefangen, ich habe Gender Theorien von Judith Butler und Simone de Beauvoir gelesen, habe Subkulturen wie Punk und Grunge angeschaut. Ich habe mich mit Feminismus beschäftigt, warum Menschen „gelesen“ werden wollen, was sie durch ihre Kleidung vermitteln und warum die Gesellschaft alles, was gegen ihre auferlegten Regeln verstößt, nicht akzeptiert. Im Rahmen dieser Recherchen habe ich ebenfalls eine Umfrage zum Thema „Kleidung als Identität“ durchgeführt. Weiterhin habe ich Designer angeschaut, die androgyne und unisex Kleidung entwerfen. Zudem musste ich auch ein kritisches Essay verfassen, dass diese Theorien auf die Praxis anwendet, dieses veröffentliche in einem der nächsten Beiträge.

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In der nächsten Phase habe ich zu der Recherche auch praktisch herumprobiert. Am Anfang wollte  ich unbedingt den fluiden Faktor des Projekts durch ein transparentes Material ausdrücken. Ich wollte das Material pushen und nicht unbedingt Stoff verwenden. Dies hat allerdings nicht so geklappt. Ich habe mit Wachs herumprobiert, Plastik, Latex, Silikon, Acryl und Glas, aber mit keinem konnte ich so eine bewegte Oberfläche herstellen, wie ich sie mir überlegt hatte. Aus diesem Grund habe ich zur Halbzeit des Projekts mein Konzept ein bisschen geändert, ungefähr auch zur selben Zeit stellte sich raus, dass ich mich lieber auf den Bereich der „Geschlechtsidentität“ festlegen wollte und nicht nur „Identität“ im Allgemeinen.

Also habe ich eher androgyne Designer angeschaut und mir viele Gedanken über Moderne Proportionen und Schnitttechnik gemacht, trotzdem wollte ich den transparenten Faktor nicht verlieren und habe mich für PVC entschieden, da man es ähnlich wie Stoff verarbeiten kann. Für mein eigentliches Design habe ich meine ganze Recherche zusammengeführt und vereint. Ich habe Stoffe verwendet, die an typisch männliche Anzüge anspielen. Ebenso auch die Schulterpolster. Der schwarze Streifen an der Seite ist inspiriert von den Trainingsanzügen der russischen Subkultur „Gopniki“ und der Militär Lampasse. Für das Oberteil habe ich nur männliche Schnittteile verwendet, allerdings ist die Länge des Oberteils eher weiblich (vgl Crop Tops), ebenso die formgebenden Brustfalten. Die Gürtel um die Taille sind inspiriert vom Grunge und Punk, die Röcke sind eher weiblich, allerdings gehen sie nicht komplett um den Körper, sie sind leicht wie dekonstruierte Hosenröcke mit der Shorts darunter. Die Faltenlegung ist ebenfalls von der Subkultur des Punk inspiriert. Für die Shorts habe ich wieder männliche Schnittteile verwendet. Ich habe mich absichtlich dafür entschieden, den Reißverschluss an die Seite zu legen und nicht einen versteckten vorne in der Mitte zu nähen, da das ein Geschlecht hinzugefügt hätte. Außerdem hätte es das Bild der Röcke zerstört.

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Zuletzt habe ich ein Fotoshooting durchgeführt, um das Outfit ordentlich zeigen zu können. Das Styling ist vom Grunge inspiriert (Netzstrumpfhose, Boots). Ich habe absichtlich das Outfit zwei Mal fotografiert, um zu zeigen, dass sowohl ein Mann, als auch eine Frau es tragen könnte – es also komplett gender-fluid ist. Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass man die Teile einzeln trägt. Für das Make-up habe ich mich von aktuellen Trends beeinflussen lassen.

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Ausgestellt wird alles in unserer End of year Exhibition „Rewritten“ in Ocean Studios im Juni.

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Blazer: second Hand // Pants: Asos // Shoes: Vans

Es ist, als hätte ich einen Marathon hinter mir. Bin müde, ausgelaugt, aus der Puste. Ich habe uns gerade beendet. Das Ende eines Jahres. Das Kapitel so gut wie abgeschlossen, ganz konnte ich es doch nicht, der letzte Punkt ist noch nicht gesetzt. Ich weiß nicht wie ich mich fühle. Irgendwie fertig. Teils erleichtert und befreit, teils traurig. Ich weiß nicht, ob ich die richtigen Sachen gesagt habe, so oft hast du mir die Worte im Mund umgedreht. Hast mich schwach aussehen lassen – hast du mich jemals ernst genommen? Mehr gesehen als das verwirrte unsichere Mädchen, das irgendwie alles will, aber sich für nichts entscheiden kann.  Habe dir zu oft unterschwellig zu verstehen gegeben, dass ich das gerade nicht kann, dass das was du gibst, deine Bedingungen, mir nicht reichen und ich dir nicht reichen werde. Und trotzdem, wenn das Handy aufflimmert, hoffe ich immer noch, dass du doch nochmal was sagst. Manipulierst mich, alles zu überdenken, lasse meine höchsten Anforderungen für dich schwinden, würde sofort alles liegen lassen, wie ich dir so viel Macht über mich gebe. Du bist mein Schwachpunkt. Warst es immer, wirst es immer sein. Vielleicht.

Ganz klein fängt es an, stolz hört es auf. Umgedrehte Prinz Pi Zeilen beschreiben mein Innerstes am besten. Bin stolz, dass ich diesmal nicht komplett eingeknickt bin. Kein Vielleicht habe stehen lassen. Du verstehst mich immer noch nicht ganz, aber jetzt vielleicht besser als davor. Und trotzdem fühle ich mich, als hätte ich uns gerade den Schlusstrich versetzt. Was ich ja eigentlich auch habe. Es war nicht leicht, dachte zu oft, ich hätte mit dir abgeschlossen und vielleicht kann ich es jetzt endlich ganz. Muss nach vorne sehen, mich auf die Zukunft konzentrieren. Kann nicht schon wieder die gleichen Fehler machen, bin zu kurz davor gewesen. Muss jetzt erwachsen handel , auf mich aufpassen, die richtigen Entscheidungen fällen. Des nächste Mal wäre es an mir, zu kämpfen. Ich habe etwas besseres verdient. Ich habe jemanden verdient, der alles für mich gibt und nicht nur solche Halbwahrheiten. Jemanden der, mit mir Kompromisse eingeht und keine wagen Versprechen.

Jemanden, der mit mir springt.

 Top: Selfmade // Tights: selfmade // Model: Maddy Slack

Hast du schon mal daran gedacht, dass ich vielleicht ein bisschen verloren bin? Und vielleicht, weiß ich einfach nicht, wie es anders geht. Kenne nur das Arbeiten und mich in Dinge bis zum Halse hineinzustürzen, bis mir die Erschöpfung die Luftwege zu schnürt, sie langsam aber sicher zerquetscht. Alles nur, damit ich meinen Kopf ausschalten kann. Weil hier niemand mehr ist, der auf mich aufpasst.

Weil ich es nie anders kannte und auch nicht anders kann. Weil es vielleicht schon immer in mir war. Weil das vielleicht mein Schutzmechanismus ist, welcher nur das Gegenteil verursacht, mich genauso kaputt macht. Hast du das schon mal gehört, ein Schutzwall der eigentlich ein Bulldozer ist. Der alles zermalmt, was mühsam aufgebaut wurde, nur um die Realität zu verstecken. Und vielleicht habe ich Angst Dinge anzuerkennen. Will so viel aber kann nicht loslassen.

Und vielleicht bin ich da irgendwo auch selbstzerstörerisch, doch wie geht es anders? Wie schläft man ein, vor lauter übersprudelndem Glück? Wie lässt man los und ist einfach? Wie füllt man all die Löcher alleine? Wie viel Ehrgeiz ist gerade gut und wie viel zu schmerzhaft? Und wann, sag mir, wann wird es anders?

Bin auf dem besseren Weg, doch auch der ist holprig, stolpere, habe ermüdend staubtrockene Rückschläge, aber vielleicht kann ich es. Vielleicht kann ich irgendwann aus diesem Sturm herauskommen.


How I feel right know. Ok, ahh zu schlecht im wirklich posten, dieser Text ist schon fast 2 Monate her..

Dieser Post ist meinem Projekt für Unit 5 des Foundation Diplomas gewidmet. Ich weiß nicht, ob ich es schonmal erwähnt habe, aber ich studiere momentan Fashion and Textiles für ein Jahr in England. Ungefähr bisschen über die Hälfte ist schon geschafft, es fehlt nur noch das Final große Projekt (UNIT 7). Hatte die Abgebetermine für die letzte Unit vor einer Weile. Es war das erste größere Projekt, der Kurs ist so aufgebaut: die ersten 2-3 Monate alle Fachrichtungen ausprobieren, eine wählen, dann 2 Monate das erste Projekt (UNit 5), welches dich auf das selbstständige Arbeiten vorbereitet und dann 3,5 Monate das Final Major Project (UNit 7).

Die Aufgabe für Unit 5 war, sich ein Alltagsobjekt auszusuchen, es zur Erkunden und zu studieren und im Endeffekt eine Kreation in deinem beliebigen Bereich (Modedesign, Textildesign, Produktgdesign, Print, Jewellery oder Accessory Design – Die Fachrichtungen, welche bei uns unter Fashion & Textiles zusammengefasst sind). Ich habe mich für einen Spiegel entschieden. Zunächst folgte sehr viel primäre und sekundäre Recherche. Zur primären gehörte zum Beispiel, den Spiegel über 100 Mal zu zeichnen, ihn zu zerstören, mit ihm zu malen. In der sekundären Recherchephase habe ich mich zunächst allgemein mit Spiegeln beschäftigt: wie sie aufgebaut sind, sozialen/kulturellen Kontext, Literarische Werke über Spiegel, Architektur. Die Schlagwörter dabei waren für mich Selbstreflektion, Perfektion und dass man zunächst Imperfektion benötigt, um Perfektion zu schaffen. Dabei habe ich mich sehr auf den Thriller „Black Swan“ konzentriert.

Als nächstes bzw. parallel dazu folgte die Experimentierphase. Wir haben verschiedene Techniken ausprobiert und sollten jeweils immer innerhalb von 2 Tagen etwas kreieren, inspiriert von unsere Objekt. So haben wir Lasercutting ausprobiert, Softsculpture, und Weben. Danach ging es schon sehr schnell an die Moodboardfindung und erste Designs. Und im Endeffekt die Produktion und Evaluation.

Hinzukommt, dass wir alle parallel noch Bewerbungen und daher das Erstellen eines Portfolios als Störfaktor hatten. Dadurch hatte ich beispielsweise Wochen, in welchen ich 40-50% des Portfolios in wenigen Tagen produzieren musste, dafür wurde das eigentliche Projekt dann eher zur Seite geschoben. Gutes Beispiel dafür, wie man sich das so vorstellen kann, ist beispielsweise ein Fotoshooting, welches ich in 2 Tagen selbst organisiert habe – vom Models finden, stylen, Kameras und Lampen ausleihen über den Aufbau, das Fotografieren, Auswählen und Bilder schlussendlich bearbeiten.

Wenn man aber versucht seinen Zeitplan einzuhalten und bereit ist, Überstunden zu schieben und die praktischen Tage im College komplett auszunutzt, kann man es gut schaffen. Allerdings muss man dazu sagen, dass ich in den 2 Wochen bis zur Abgabe kaum sozialen Kontakt hatte, nur noch im Studio war und genäht habe, was das Zeug hielt. Denn, in der Produktion waren wir relativ alleine gelassen, haben von Schnittfertigung bis zum Nähen eigentlich alles ohne Hilfe der Tutoren gemacht.

Abschließend lässt sich sagen , dass ich sehr zufrieden mit meiner Leistung bin, mein Final Piece hat geklappt und ich konnte alle meine kreativen Probleme lösen. Zudem war es gut, schon mal einen Testlauf für das Final Major Project zu haben, sodass man seine Schwachstellen erkennen konnte, um sie jetzt besser zu bewältigen. Insgesamt bin ich sehr positiv gegenüber dem aktuellen Projekt gestimmt, klar wird es anstrengend werden und ich werde vermutlich wieder an meine Grenzen kommen, aber das ist okay, denn ich weiß, ich habe es schon mal geschafft.

 

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Shirt: The Hunna Merch // Pants: Monki // Shoes: Vans

Mit schnellen Schritten verlasse ich das Gebäude. Ein letzter Blick über die Schulter, auf die grauen Laminatböden und großen Fenster, das Treppenhaus, die Kunstwerke. Vorbei an den Frauen im Flur, durch die Drehtüre, endlich raus aus dem alten DDR Komplex. Kurz die verzweifelnde Winterluft einatmen und dann weiter in die kalte Dunkelheit, den Lichtkomplex hintermir lassen, all das. Mit großen Schritten voran, möchte so schnell wie möglich fort, niemandem der letzten Tage begegnen, bemühe mich krampfhaft die Fassade aufrecht zu erhalten. Muss den Schmerz noch ein paar Minuten hinauszögern, muss Abstand, zwischen dem was war und dem was jetzt ist, schaffen. Endlich geht jemand ans Telefon, die Worte fließen aus mir heraus, während im Laternenlicht erste Schneeflocken tanzen. So frei und unbekümmert, befreit von der Angst vor dem Aufprall, sind einfach nur. So ambivalent und friedlich, während bei mir grad mal wieder alles den Bach runter geht. Naja, vielleicht nicht alles, aber ein großer Teil. Ich halte kurz inne und lächele. Lächele, über die Situation und wie etwas so unwirklich schön im Unglück sein kann. Als wolle mir das Universum einen Streich spielen, denke das könne doch nicht wahr sein. Das Lächeln nun viel mehr eine ironische Grimasse, verzerrt, gefrohren, erschöpft. 

 Ich nähere mich der Bahnhaltestelle, kann mich endlich von der drückenden Last des Portfolios befreien, lasse es enttäucht und wütend auf den Boden sinken. Falle auf die Bank daneben, betrachte die Schienen. Wie leise der Schnee doch im Scheinwerferlicht durch die Bäume fällt. Versuche zu rechtfertigen, warum das alles passiert ist und schiebe gleichzeitig die verhängnisvollen Wahrheiten an den dunklen Abgrund meines verdrehten Gehirns. Versuche zu verstehen, resigniert zu sein, es raus zu lassen, aber nicht zu sehr an mich ran. Und immer eure beteuernden Worte im Ohr, leere Hüllen, die mich vor dem Schlimmsten bewahren sollen. Und plötzlich kann ich nicht anders, es geht einfach nicht mehr, der Damm endlich gebrochen. Das Makeup nun in traurigen Striemen über das Gesicht verteilt.

Auch während der ganzen Heimfahrt kann ich die Tränenlawinen nicht stoppen. Und eigentlich will ich es auch nicht. Möchte mir einmal diesen Moment zugestehen, kann ab morgen wieder stark sein, kann ab morgen wieder weiter kämpfen. Vielleicht ist das meine Art mit der Niederlage umzugehen, nachdem ich jedem beteuert habe, wie gut es mir doch ginge, Umarmungen verteilte und versuchte fair zu sein. Und vielleicht ging es gar nicht so sehr darum, dass ich wieder nicht reichte, sondern das es mir viel mehr gezeigt hat, was ich wirklich möchte. Mich verführte, mit dem, was ich hätte haben können. Mein inneres Feuer kurz erkalten ließ, um es jetzt noch höher brennen zu lassen, Spiritus hineinzugießen und es wieder zu entfachen – um es resistenter werden zu lassen.  


Habe zwar den eigentlichen sehr verletzlichen und rohen Ton, der oben geschilderten Situation nicht ganz getroffen, aber so halb. War vor 2 Wochen in Berlin zur Aufnahmeprüfung für einen Bachelor im Modedesign an der Kunsthochschule Weißensee. Diese 4 sehr aufregenden Tage waren eine tolle, aber auch sehr nervenzährende Erfahrung. Ich durfte viele mega tolle Menschen kennenlernen und bin sehr froh bei meiner ersten Aufnahmeprüfung so weit gekommen zu sein. Wenn nicht, hätte mich das echt zerstört haha. Wie oben schon angedeutet, bin ich leider in der allerletzten Runde rausgeflogen und war somit nicht unter den 17, welche eine Chance auf einen Studienplatz bekommen haben. Allerdings habe ich am selben Abend erfahren, dass ich eine Platz am London College of Communication (UAL) für Magazine Journalism und Publishing habe, was mich dann erheblich aufgeheitert hat.

Nichtsdestotrotz möchte ich meine Erfahrungen der Aufnahmeprüfung in einem weitern Post detaillierter schildern. Gerade auch für mögliche zukünftige Prüflinge, denn als ich vor der Prüfung im Internet suchte, habe ich nur vage Erfahrungsberichte von Leuten aus 2005 gefunden…

Zu den obigen Bildern, auch die sind vor 3 Wochen in der Heimat entstanden, als es gerade anfing zu schneien. Zur Zeit bin ich allerdings schon wieder zurück in England und arbeite heftig an meinem neuen und leider auch letzten Projekt (dem Final Major Project oder auch UNIT 7). Wir haben die Recherchephase größtenteils abgeschlossen und sind nun schon in der Experimentier- und Ausprobierphase. Mal schauen, wie das so wird und wie sich alles weiterentwickelt. In weiteren 3 Wochen werde ich jedenfalls schon wieder in Berlin sein, um an einer anderen Aufnahmeprüfung teilzunehmen – hoffentlich läuft das dann besser.

Bis dahin! x

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Sweater: selfmade // Pants: Mango // Shoes: Vans

Es tut so gut mit dir spontan zu sein. Lass mal rausfahren sagtest du, einfach ein bisschen weg, nicht zu weit, aber gerade weit genug, um vor allem Anderen zu fliehen. Es hinter uns zu lassen, einfach mal wieder unbeschwert sein. In den ersten Momenten fällt es schwer, will nicht immer die Pläne ändern, hasse und mag das gleichzeitig an dir, so bleibt es interessant. Es fühlte sich so unwirklich an, später aus dem Auto zu steigen, wie im Film entflohen wir dem intensiven Gespräch auf engen Raum, gehen über den leeren Parkplatz in der tiefschwarzen Nacht, nähern uns dem hellerleuchteten Gebäude. Das Koffein in den Adern, zu viele Wortschwälle, wie Wellen, im Kommen am Gehen, mal seicht und dann wieder leise, geteilte Stille durchbrochen von Gelächter. Zu viele geträumte Realitäten, impulsive Ideen, wage Stimmungen, ständig am auftauchen. Und auch als uns später die Dunkelheit wieder umhüllt, du das Radio aufdrehstest und ich mich einfach nur gut fühle. Einfach bin, in diesem Moment, dir beim Singen zuhöre, komische Tanzbewegungen mache und der Landschaft beim vorbeireißen zusehe. Denn genau das sind die Momente, warum wir hier sind. Die mich hierbehalten, obwohl ich sie woanders auch haben könnte. Die Augenblicke, die einen Unterschied machen, die so pur und naiv sind. Die das warme Gefühl von Zusammengehörigkeit vermitteln, die diesen Platz okay machen, ihn so gut werden lassen. Wie damals, als wir uns zu sechst in das Bett kuschelten, mit den wundgetanzten Füßen, all die ehrlichen Worte in deinem Raum. All die Erinnerungen auf der Couch, die Sekunden, in denen wir aufeinander aufpassen, auf den flimmernden Bildschirm schauen, du kochst, wir lachen, Musik. In der Dunkelheit bekannte Wahrheiten sagen, die Nacht zum Tag machen und einfach sind. Die Sorgen für wann anders aufheben, die Episoden auf morgen verschieben, denn wir haben sie alle und uns einfach nur gegenseitig verstehen. Denn das ist es, was zählt, am Ende und das ist es, woran wir uns irgendwann mal erinnern werden.

Hoffentlich.


Dieser Text ist auch ein eher älterer, habe ihn glaube ich irgendwann Anfang Dezember geschrieben, weiß das nicht mehr so genau…

In der Zwischenzeit ist so viel passiert, habe es einfach nicht mehr geschafft mich hier zu melden, obwohl ich mir das doch so sehr vorgenommen hatte. Aber ich glaube, ich werde versuchen mir hier keinen Stress zu machen, hab davon schon genug. Werde es einfach fließen lassen, schreiben, wenn ich mich danach fühle und nichts erzwingen. War über Weihnachten zuhause und es war so schön, genau die Pause, die ich brauchte. Habe nicht nur viel mit der Familie unternommen, Bücher gelesen, war auf dem LANY Konzert, zu viel gutes Essen gegessen, Freunde wiedergesehen, war aber auch sehr mutig, habe mir meinen ersten Piercing stechen lassen, den ich schon so lange wollte. Eigentlich ist er nichts besonderes, ein Helix, wie ihn so viele andere auch haben, aber mich hat er ein Stück wieder komplett gemacht. Denn darum ging es ebi mir in diesen zwei Wochen in der Heimat: wieder komplett werden, wieder zu mir zurückfinden.

Allerdings, als ich zurück in die Unistadt gefahren bin, ist das alles wieder zusammengestürtzt. Hatte erstemal eine heftige Panikattacke über mehrere Tage, zu viel Angst wieder zu dem Zustand zurückzukehren, in dem ich vor Weihnachten gewesen bin. Außerdem musste ich mich wieder an das Alleinesein gewöhnen. Zu vieles hat sich wie ein Dejà-vu angefühlt, das leere Haus, erstmal kein WLAN, die gleichen Sachen gekauft. Silvester habe ich mit den Mädels von der Uni verbracht.

Nachdem ich die ersten vier Tage Uni überstanden hatte, ging es für mich aber erstmal  für ein Wochenende nach Birmingham, um meine beste Freundin zu treffen. Und das war genau das, was ich gebraucht habe. Und es war so gut, obwohl ich zuvor so sehr angezweifelt hatte, ob ich das überhaupt schaffe, durchzuhalten, stark zu sein und dahin zu fahren. Aber sobald ich das strahlende Lächeln gesehen habe, wir die ersten Lachkrämpfe und One Direction Dance Sessions hinter uns hatte, wusste ich das es das richtige war. Alles war irgendwie noch wie früher, so vertraut, zuhause.

Die Woche danach war wieder sehr durchwachsen, ständige Zweifel, aber auf dem Weg der Besserung und Samstagmorgens bin ich wieder der Stadt entflohen. Diesmal ging es für mich nach London. Hatte mich schon seit Ewigkeiten auf dieses Konzert gefreut (The Hunna), war aber ein bisschen beunruhigt, weil es mein erstes größeres Konzert (mehr als 300 Leute) alleine war. Jedoch habe ich vorher super nette Mädels kennengelrnt, mit denen ich einen tollen Nachmittag verbracht habe. Und dann an der Venue habe ich auch sofort eine super Clique gefunden und daher das beste Konzert überhaupt gehabt. So viel Adrenalin, ich habe mich so wohl gefühlt, es war genau der Ort, an dem ich sein sollte.

Dieses Hoch habe ich zum Glück auch irgendwie geschafft mir die nächste Woche(n) beizubehalten. War ab jetzt mehr ausgeglichener und habe mich zur Ablenkung in Arbeit gestürtzt. Hatte zwei sehr taffe Wochen, die nicht nur die Erstellung meines Portfolios und Bewerbungsprozesse in sich hatten,  aber auch das Herstellen meines Final Pieces für diese Unit. Im Endeffekt habe ich alles geschafft und letzte Woche nun Abgabetermine gehabt.

Jetzt sind nur noch einige kleine Besorgungen, eine Präsentation und ein Briefing zu schaffen, bevor es für mich wieder in die Heimat für eine Aufnahmeprüfung geht – drückt mir die Daumen!

xx