Es ist schon ziemlich lange her, dass ich ein paar Zeichnungen und Bilder geteilt habe. Im Rahmen meines Studiums habe ich wöchentlich Aktzeichnen, einer meiner persönlichen Highlights. Bis jetzt ist es das kreativste Fach, in dem man keine Angst haben muss vor dem Versagen, bei dem alles falsch zu machen trotzdem richtig, gerade weil es kaum noch ein richtig und falsch gibt. 1,5 Stunden Freiheit, nur man selbst, das Papier und das Model.

Über die letzten zwei Monate habe ich gemerkt wie sehr diese Klasse mir hilft: Ich kann das Gelernte sofort auf andere Kurse anwenden, mich motiviert er unglaublich und man sieht mit jeder Woche einen Fortschritt. 

Einige Bilder von dieser Woche. Seit kurzem habe ich wieder angefangen mit Acrylfarbe zu experimentieren und meine Liebe zur Malerei wieder entdeckt. Mich hat es sehr daran erinnert, wie ich vor 2 Jahren fast jeden Tag gemalt habe, wie therapeutisch es für mich war, wie ich dabei alles vergessen konnte. Ich finde es super spannend, die Leinwand/das Papier mit der Farbe zu erkunden, das Bild aufzubauen, zu schichten. Außerdem fällt es mir damit wesentlich leichter, die Hell/Dunkel Verhältnisse darzustellen. 

Zu Beginn des Kurses haben wir uns mit Bleistift und Graphit an die Figur herangetastet. Später mit Kohle, Buntstift und Kreide experimentiert und abstrahiert. 

Das gleiche gilt auch für die angezogene Figur. Mit verschiedenen Schraffuren habe ich hier die Schatten dargestellt. Das Model trug einen weißen Mantel, deshalb auch die weißliche Struktur, die ich mit einem weichen Holzstift erzeugt habe. 

Das sind meine zwei Lieblingsbilder – ich habe sie sogar bei uns in der Wohnung aufgehängt..

Wie man sehen kann, haben wir eine große Diversität der Models, die sich in Geschlecht, Köperform und Hautfarbe unterscheiden. Gerade das macht auch diesen Aktzeichenkurs so attraktiv, jede Woche ist eine neue Herausforderung, ein neuer Versuch über sich hinauszuwachsen, zu lernen. Und deshalb freue ich mich schon sehr auf nächste Woche. 

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Knitted Cape: COS // Dress: H&M // Bag: Bershka

BRL CTR steht für Berlin Couture, einem neuen Designer Kollektiv in Berlin, das seine Mode am 1.12.2018 im X-Lane Gebäude in Berlin Kreuzberg präsentiert hat. Der Schwerpunkt der Kollektionen liegt dabei darauf, Berlin zu zeigen, wie es wirklich ist: bunt, laut, düster, aneckend, schwarz, experimentell, frei. 

Insgesamt wurden 6 Kollektionen der 5 Designer NAKT, MONA, KILL AKIRA, FMxRM und BLCK CTR gezeigt. Zwischen den einzelnen Shows wurde die Wartezeit mit diversen Videoprojektionen (oder Fashion Films), einer Gesangseinlage und einer Voguing Performance überbrückt. 

Den Abend eröffnete BLCK CTR mit ausschließlich schwarzen Designs, ganz nach dem Ethos des Labels, welches für „black genderless onesize Fashion“ steht. Metallene Ringe zierten die Oberteile und Hosen als Key Elemente der Kollektion, ebenso sah man knappe Ledershorts und Harnesse.

Die Vielfalt Berlins zeigte sich auch in der Kollektion von MONA. Sie stellte das komplette Gegenteil zu den vorherigen Looks dar: bunt, kreativ, auf seine Art und Weise laut. Bestimmt von einem Muster-mix, welcher sehr an Afrikanische Prints erinnerte. 

Die erste Hälfte beendete die Designerin Kill Akira. Ihre Entwürfe schienen sehr streetstyle inspiriert zu sein, mit illustrativen Printshirts, modernen Silhouetten und ebenfalls Metallringen bzw. -Ketten.

Nach einer halbstündigen Pause eröffnete NAKT, ein bekanntes Techno Fashion Label. Die Models beschritten in sehr knappen Designs mit vielen Cutouts den Laufsteg. 

FMxRM, gegründet von Felix Müller, einem Modedesign Absolventen aus Hannover, zeigte sehr kreative streetstyle inspirierte Looks. Key Elemente hierbei: Große Brusttaschen, Weiße Gummistiefel. Dies war die größte Kollektion, mit den meisten Looks, das Farbspektrum änderte sich von weiß/schwarz zu grau und altrosa. Zudem variierten die Silhouetten und Formen am meisten, für jede Zielgruppe etwas dabei, ob es der Tellerrock war oder die Winterjacke, welche sehr an zeitgenössische Lables wie Moncler oder Raf Simons erinnerten. 

Trashegance

Den Abschluss bildete die Upcycling Kollektion von Trashegance, welche als special surprise zum Programm hinzugefügt wurde. Die klassischen Silhouetten wurden durch Kettenelementen an beispielweise den Röcken ergänzt. 

FMxRM

Abschließen lässt sich sagen, dass es ein sehr spannender Abend war. Mein persönliches Highlight stellte FMxRM dar, die Kollektion schien sehr originell und am weitesten ausgereift. Ebenso prämiert mit dem
Fashmoda Fashion Award Hannover 2018, könne diese Kollektion gut mit internationalen Jungdesignern mithalten.

Hat: 2nd Hand // Scarf: Selfmade // Coat: H&M // Jewellery: Gerstaecker // Pants: Mango // Shoes: Asos

Erwachsensein ist glaube ich, trotz des bis zum Halse schlagenden Herzens noch normal funktionieren zu können. Trotz der schwitzigen Hände, dich trotzdem ansprechen zu können. Einfach mal den Kopf ausschalten, den Gedankenstrom abklemmen, all die Hemmungen drei Schritte hinter mir zurücklassen. Hätten wir uns vor 15 Monaten getroffen, würde ich immer noch auf der Mauer sitzen, während du an mir vorbeiläufst. Allerdings wäre meinem jetzigen Ich deine Clique egal. Vielleicht hat es auch etwas mit meinem Selbstvertrauen zu tun, zumindest an den guten Tagen, aber ich tue die Dinge jetzt viel öfter. Wachse ein paar Zentimeter über mich hinaus, verwirkliche meine Entscheidung, auch wenn sie nur unterbewusst sind.

Hätten wir uns vor 15 Monaten getroffen, hätte ich mich niemals zu dir umgedreht und den ersten Schritt gemacht. Ich habe all die drückenden Gedanken ausgeschaltet, die mich immer wieder daran erinnern zu versuchten, wie interessant, spannend und anziehend ich dich fand. Wie gerne ich dich richtig kennengelernt hätte. Vielleicht habe ich mir auch einfach nur verboten, mir die Zukunft bis ins kleinste Detail auszumalen, denn dann treffen einen die Enttäuschungen erst recht und zwar richtig. Vielleicht habe ich meine Erwartungen heruntergeschraubt. Wenn ich davon ausgehe, dass du mich eh nicht magst und einfach nur nett bist, fällt es mir viel leichter nett zurück zu sein. Das Gespräch am laufen zu halten, Wörter über meine Lippen kommen zu lassen und die Muskeln entspannt.

Vielleicht fällt es mir auch nur leichter, weil du du bist. Und ich endlich aufgehört habe zu interpretieren.

Processed with VSCO with m5 preset

Processed with VSCO with m5 preset

// The Pictures were taken at the Bread && Butter / Blouse: Mango / Pants: Asos / Shoes: Vans //

Du meldest dich wieder. Nach 4 Monaten, fast 5, 134 Tage. Du meldest dich wieder. „Hii“, mit Doppel-I, als würde eins nicht genügen. Zwei sind mehr als eins, als wolltest du mir zeigen, wie doll du dich bemühst. Du kannst die Dinge nicht ohne mich, es braucht immer zwei. Allerdings weißt du nicht, dass ich genauso gut kaputt gehen kann, ohne dich. Ein bisschen wie diese zwei I’s, ein bisschen verloren, der Kopf ganz weit weg vom Körper, wir sind am abdriften, ganz weit weg.

Ich öffne die Nachricht und lasse sie unbeantwortet, lasse sie verschwinden. Dieses „Hii“ kann alles bedeuten, nur ich will dir die Angriffsfläche nicht geben. Will dich nicht ermutigen, um dich wieder abblitzen zu lassen. Ich habe meinen Schlussstrich vor 134 Tagen gezogen.

Ich kann mich nicht mehr an dein Auto erinnern, dein Gesicht verschwimmt langsam. Habe dich aus meinen Gedanken gestrichen, keinen mehr an dich verschwendet. Und trotzdem kann ich nicht glauben, dass du immer noch an mich denkst, dass ich noch in deinem Kopf herumspuke. Was musst du wohl in mir sehen, was für ein verdrehtes Bild du von mir haben musst. Irgendein Ideal.  Und wie oft du nur darum kämpfst. Vielleicht ist es das, was dich anheizt.

Denn weißt du, würde ich mich darauf einlassen, würde es nur auf eines heraus hinausführen, nämlich nirgendwohin. Wir werden wieder die gleiche Sackgasse erreichen, werden uns im Kreis drehen, zu keinem Schluss kommen. Ein leichter Zeitvertreib, ein Ziehen, genau das sind wir. Obwohl genaugenommen gab es dieses „w i r“ nie, nur in meinem Kopf. Ein Echo der Realität. Eine Gedankenspinnerei, ein was-wäre-wenn.

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//All photos were taken with my film camera // 

„Kommst du später auch?“, fragt sie mich. Ich nicke vielsagend, während sie schon fast wieder aus der Tür raus ist und mir noch ein „Okay, see you later“ über die Schulter zu wirft. Konzentriert wende mich wieder der Nähprobe zu, lege Falten, übe.

Knappe 2 Stunden später dann, stoße ich wieder zu ihnen. Betrete den dunklen Pub, muss die Augen zu kneifen, um überhaupt was zu erkennen, lasse den Blick über die Menschen schweifen, bis ich sie schließlich in einer Sitzgruppe weiter hinten erspähe. Ziehe den Stuhl an den überfüllten Tisch, leere Teller und Cocktailgläser stapeln sich, die angeregte Gesprächslautstärke von überlagernden Lachen geprägt  und immer wieder wird auf die Nachrichten auf dem Fernseher an der Wand verwiesen. Kurz darauf lassen wir den dunklen Raum aber schon wieder hinter uns. Mit den Sonnenbrillen auf der Nase schreitet unsere 6er Gruppe voran, Ziel: die großen Grünflächen neben dem Leuchtturm. Zunächst geht es steil bergauf, die Wohnhäuser unter uns, als wir plötzlich ein paar Kirschblütenbäume entdecken. So wunderschön fährt der Wind leicht durch ihre rosa Wolken, werde von einem Hauch Glück erfasst, komme aus dem Staunen nicht mehr heraus. So etwas banales, so schön. Und gleichzeitig so vertraut, war zunächst schon traurig den Kirschblütengarten zuhause nicht besuchen zu können. Wie immer werden die Handys gezückt: spontanes Fotoshooting. Mal nur mit Baum, dann die Füße im rosa Blütenmeer, jetzt noch ein Gruppenfoto.


 

Der Schmerz zerreißt mich schon wieder. Schnürt mir die Brust zu, ich bekomme keinen Luft mehr. Ich weiß nicht, wie ich diese 18 Tage überstehen soll. Irgendwie ist das der falsche Ort, immer nur noch Ablenkung und Betäubung am suchen. Darf ich Spaß haben, während zuhause alles zusammen fällt? Kann ich das hier noch genießen? Will ich das?

Eigentlich bin ich nur froh, wenn es vorbei ist und obwohl es sich falsch anfühlt das zu sagen, weil das hier ist mein großes Abendteuer gewesen, stimmt es auch zu einem gewissen Teil. Es hat mich so viel Kraft gekostet, mich so heftig unter Druck gesetzt und immer wieder zu doll an meine Grenzen gebracht.

Die letzten 2 Monate waren so schnell und so intensiv, ich hatte keinen Moment Pause, keine Ruhephase, ich bin ausgelaugt. Die Sicht verschwimmt schon wieder vor dem Tränenschleier. Ich weiß nicht, ob ich es noch schaffen werde, schon wieder stark zu sein. Ich weiß nicht, ob ich das nochmal kann. Ich merke, wie ich wieder in das dunkle Loch gezogen werde, wie mein Mindset wieder abgefuckt wird. Ich hatte mich soweit im Griff, war an die Einsamkeit gewöhnt, hatte noch das Hoch von Dublin im Blut und alles ging so wahnsinnig schnell, dass ich nicht anders konnte, als mitzuspielen. Aber ab der Sekunden, in der ich zurückkam ging es bergab. Ich habe bis heute noch nicht herausgefunden, warum wie und weshalb. Ich weiß nur, dass ich alte Habits wieder aufgegriffen habe. Alte Gefühle und Gedanken wieder zurück waren.

Ich weiß, sehr vieles hat mit der Einstellung zu tun. Ich muss das Tempo rausnehmen, war zu schnell, bis alles entglitt. Und kaum eine Ablenkung in Sicht, Konfrontation ist besser als Verdrängung und Leugnung. Ich muss das hier wieder genießen können, den Kampf aufnehmen, damit es nicht mehr nur noch darum geht, wieder einen Tag rumzubringen. Muss mehr genießen und versuchen mich zu wappnen.

Nur noch 18 Tage.


Dieser Post ist meinen letzten Wochen in Plymouth gewidmet. Die zwei Texte oben beschreiben diese Zeit ganz gut. Einerseits ging es mir, seitdem ich nach Pfingsten wieder kam, nicht so gut. Gerade in den 14 Tagen zwischen der Ausstellung und der Notenvergabe/meinem Umzug hatte ich so viel freie Zeit, zu viel. Ein Großteil der Freunde war schon abgereist und ich versuchte die Tage rumzukriegen, ohne zu doll in meinem Kopf zu sein. Rückblickend betrachtet war das letzte Jahr eine Achterbahnfahrt, eine Herausforderung. Natürlich war es nicht immer schlecht, ich schreibe nur eher in den schlechteren Momenten, es hat irgendwie eine reinigende Wirkung für mich und ist eben meine Art damit umzugehen.

In der freien Zeit habe ich endlich Plymouth so richtig kennengelernt und ich bereue es, nicht schon früher getan zu haben, ich habe endlich meine eigene Neugierde wieder geweckt. Durch lange Spaziergänge habe ich neue Ecken entdeckt, war viel am Wasser. Und an einem Tag bin ich mit einer Fähre nach Mount Edgcumbe gefahren und habe mir das wunderschöne Haus und den Garten dazu angeschaut.

Und natürlich ging es danach auch wieder bergauf. Ich habe mein Ziel erreicht und die Bestnote in meinem Foundation Diploma erreicht. Darauf folgte das letzte und fast beste Nightout des ganzen Jahres. Ich habe meine Zeit in diesem Land mit einer sehr verrückten Autofahrt, persönlichen Gesprächen, einem schönen Abendessen, den Freunden beim Klippenspringen zu sehen und Fish & Chips beendet. Also eigentlich ein super gelungener Ausklang.