Sketchbook: Life drawings

Es ist schon ziemlich lange her, dass ich ein paar Zeichnungen und Bilder geteilt habe. Im Rahmen meines Studiums habe ich wöchentlich Aktzeichnen, einer meiner persönlichen Highlights. Bis jetzt ist es das kreativste Fach, in dem man keine Angst haben muss vor dem Versagen, bei dem alles falsch zu machen trotzdem richtig, gerade weil es kaum noch ein richtig und falsch gibt. 1,5 Stunden Freiheit, nur man selbst, das Papier und das Model.

Über die letzten zwei Monate habe ich gemerkt wie sehr diese Klasse mir hilft: Ich kann das Gelernte sofort auf andere Kurse anwenden, mich motiviert er unglaublich und man sieht mit jeder Woche einen Fortschritt. 

Einige Bilder von dieser Woche. Seit kurzem habe ich wieder angefangen mit Acrylfarbe zu experimentieren und meine Liebe zur Malerei wieder entdeckt. Mich hat es sehr daran erinnert, wie ich vor 2 Jahren fast jeden Tag gemalt habe, wie therapeutisch es für mich war, wie ich dabei alles vergessen konnte. Ich finde es super spannend, die Leinwand/das Papier mit der Farbe zu erkunden, das Bild aufzubauen, zu schichten. Außerdem fällt es mir damit wesentlich leichter, die Hell/Dunkel Verhältnisse darzustellen. 

Zu Beginn des Kurses haben wir uns mit Bleistift und Graphit an die Figur herangetastet. Später mit Kohle, Buntstift und Kreide experimentiert und abstrahiert. 

Das gleiche gilt auch für die angezogene Figur. Mit verschiedenen Schraffuren habe ich hier die Schatten dargestellt. Das Model trug einen weißen Mantel, deshalb auch die weißliche Struktur, die ich mit einem weichen Holzstift erzeugt habe. 

Das sind meine zwei Lieblingsbilder – ich habe sie sogar bei uns in der Wohnung aufgehängt..

Wie man sehen kann, haben wir eine große Diversität der Models, die sich in Geschlecht, Köperform und Hautfarbe unterscheiden. Gerade das macht auch diesen Aktzeichenkurs so attraktiv, jede Woche ist eine neue Herausforderung, ein neuer Versuch über sich hinauszuwachsen, zu lernen. Und deshalb freue ich mich schon sehr auf nächste Woche. 

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Personal: 100 letters

Processed with VSCO with m5 preset

Processed with VSCO with m5 preset

// The Pictures were taken at the Bread && Butter / Blouse: Mango / Pants: Asos / Shoes: Vans //

Du meldest dich wieder. Nach 4 Monaten, fast 5, 134 Tage. Du meldest dich wieder. „Hii“, mit Doppel-I, als würde eins nicht genügen. Zwei sind mehr als eins, als wolltest du mir zeigen, wie doll du dich bemühst. Du kannst die Dinge nicht ohne mich, es braucht immer zwei. Allerdings weißt du nicht, dass ich genauso gut kaputt gehen kann, ohne dich. Ein bisschen wie diese zwei I’s, ein bisschen verloren, der Kopf ganz weit weg vom Körper, wir sind am abdriften, ganz weit weg.

Ich öffne die Nachricht und lasse sie unbeantwortet, lasse sie verschwinden. Dieses „Hii“ kann alles bedeuten, nur ich will dir die Angriffsfläche nicht geben. Will dich nicht ermutigen, um dich wieder abblitzen zu lassen. Ich habe meinen Schlussstrich vor 134 Tagen gezogen.

Ich kann mich nicht mehr an dein Auto erinnern, dein Gesicht verschwimmt langsam. Habe dich aus meinen Gedanken gestrichen, keinen mehr an dich verschwendet. Und trotzdem kann ich nicht glauben, dass du immer noch an mich denkst, dass ich noch in deinem Kopf herumspuke. Was musst du wohl in mir sehen, was für ein verdrehtes Bild du von mir haben musst. Irgendein Ideal.  Und wie oft du nur darum kämpfst. Vielleicht ist es das, was dich anheizt.

Denn weißt du, würde ich mich darauf einlassen, würde es nur auf eines heraus hinausführen, nämlich nirgendwohin. Wir werden wieder die gleiche Sackgasse erreichen, werden uns im Kreis drehen, zu keinem Schluss kommen. Ein leichter Zeitvertreib, ein Ziehen, genau das sind wir. Obwohl genaugenommen gab es dieses „w i r“ nie, nur in meinem Kopf. Ein Echo der Realität. Eine Gedankenspinnerei, ein was-wäre-wenn.

Random: „Clothing as gender identity“ – Final Major Project UAL Foundation Diploma

 FMP Photo shoot // All clothing designed and produced by me // Hair and Make-up by me

Es ist ein komisches Gefühl diese Freiheit. Fast ein Jahr später, ich sitze wieder hier im selben Glücksshirt, meine Finger berühren die Tasten – doch ich bin nicht mehr dieselbe. Habe mich in den letzen Monaten zu oft verloren und musste mich neu definieren. Heute Morgen habe ich mein finales Projekt für die Uni abgegeben. Habe die Dokumente unterzeichnet, das Projekt in die Plastiktüte verpackt, alle Fotos von den Holzwänden genommen. Zu oft habe ich in den letzten Monaten dort gesessen, fast täglich, immer am kleine Krisen abwenden. Und jetzt bin ich hier und weiß nicht, was ich tun soll. Immer dieser komische Zwischenzustand. Zuerst ist man vom Glück erfasst, man hat die letzten Monate überstanden, hat sich nur wenig vom Stress in die Panik ziehen lassen. Und plötzlich so viel Zeit, so viele kreative Ideen, so viel, was ich machen möchte und dann diese ermüdende Erschöpfung. Wie immer ist es schwer für mich nachzulassen und einfach mal zu entspannen, vor allem da ich seit den letzten 4 Wochen keinen einzigen Tag Pause hatte. Wenn man ein hohes Tempo gewöhnt ist, ist es schwer von 100 auf 0 langsamer zu werden, abzubremsen. Aber das muss man, denn sobald man zu schnell wird, ist das Risiko zu fallen und abzustürzen so viel höher – zu groß.

Zu oft habe ich mir die letzten Tage Gedanken gemacht, Zweifel gehabt und immer wieder verteufelt, warum ich den Beginn eines wichtigen Trips genau in die Nacht nach der Abgabe gelegt habe. Hatte Angst, mich könnte das Tempo umhauen. Doch jetzt, als sich die Langeweile bemerkbar macht und die Unruhe sich anschleicht, freue ich mich. Wie immer tut es gut in Bewegung zu bleiben, ich kann das, es verscheucht alle abgründigen Gedanken, weil dazu einfach keine Zeit mehr bleibt.  

Wie gesagt, ich habe heute mein Final Major Project abgegeben. Endlich! Auf den obigen Bildern sieht man die finalen Fotos, die auch ausgestellt werden. Mein Thema war „Clothing as Identity“, ich habe versucht, durch den Schnitt die Gender Fluidität auszudrücken. Die letzten 3 Monate habe ich an dem Projekt gearbeitet. Zunächst habe ich wie immer mit viel Recherche angefangen, ich habe Gender Theorien von Judith Butler und Simone de Beauvoir gelesen, habe Subkulturen wie Punk und Grunge angeschaut. Ich habe mich mit Feminismus beschäftigt, warum Menschen „gelesen“ werden wollen, was sie durch ihre Kleidung vermitteln und warum die Gesellschaft alles, was gegen ihre auferlegten Regeln verstößt, nicht akzeptiert. Im Rahmen dieser Recherchen habe ich ebenfalls eine Umfrage zum Thema „Kleidung als Identität“ durchgeführt. Weiterhin habe ich Designer angeschaut, die androgyne und unisex Kleidung entwerfen. Zudem musste ich auch ein kritisches Essay verfassen, dass diese Theorien auf die Praxis anwendet, dieses veröffentliche in einem der nächsten Beiträge.

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In der nächsten Phase habe ich zu der Recherche auch praktisch herumprobiert. Am Anfang wollte  ich unbedingt den fluiden Faktor des Projekts durch ein transparentes Material ausdrücken. Ich wollte das Material pushen und nicht unbedingt Stoff verwenden. Dies hat allerdings nicht so geklappt. Ich habe mit Wachs herumprobiert, Plastik, Latex, Silikon, Acryl und Glas, aber mit keinem konnte ich so eine bewegte Oberfläche herstellen, wie ich sie mir überlegt hatte. Aus diesem Grund habe ich zur Halbzeit des Projekts mein Konzept ein bisschen geändert, ungefähr auch zur selben Zeit stellte sich raus, dass ich mich lieber auf den Bereich der „Geschlechtsidentität“ festlegen wollte und nicht nur „Identität“ im Allgemeinen.

Also habe ich eher androgyne Designer angeschaut und mir viele Gedanken über Moderne Proportionen und Schnitttechnik gemacht, trotzdem wollte ich den transparenten Faktor nicht verlieren und habe mich für PVC entschieden, da man es ähnlich wie Stoff verarbeiten kann. Für mein eigentliches Design habe ich meine ganze Recherche zusammengeführt und vereint. Ich habe Stoffe verwendet, die an typisch männliche Anzüge anspielen. Ebenso auch die Schulterpolster. Der schwarze Streifen an der Seite ist inspiriert von den Trainingsanzügen der russischen Subkultur „Gopniki“ und der Militär Lampasse. Für das Oberteil habe ich nur männliche Schnittteile verwendet, allerdings ist die Länge des Oberteils eher weiblich (vgl Crop Tops), ebenso die formgebenden Brustfalten. Die Gürtel um die Taille sind inspiriert vom Grunge und Punk, die Röcke sind eher weiblich, allerdings gehen sie nicht komplett um den Körper, sie sind leicht wie dekonstruierte Hosenröcke mit der Shorts darunter. Die Faltenlegung ist ebenfalls von der Subkultur des Punk inspiriert. Für die Shorts habe ich wieder männliche Schnittteile verwendet. Ich habe mich absichtlich dafür entschieden, den Reißverschluss an die Seite zu legen und nicht einen versteckten vorne in der Mitte zu nähen, da das ein Geschlecht hinzugefügt hätte. Außerdem hätte es das Bild der Röcke zerstört.

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Zuletzt habe ich ein Fotoshooting durchgeführt, um das Outfit ordentlich zeigen zu können. Das Styling ist vom Grunge inspiriert (Netzstrumpfhose, Boots). Ich habe absichtlich das Outfit zwei Mal fotografiert, um zu zeigen, dass sowohl ein Mann, als auch eine Frau es tragen könnte – es also komplett gender-fluid ist. Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass man die Teile einzeln trägt. Für das Make-up habe ich mich von aktuellen Trends beeinflussen lassen.

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Ausgestellt wird alles in unserer End of year Exhibition „Rewritten“ in Ocean Studios im Juni.

Outfit: Bonfire

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Shirt: The Hunna Merch // Pants: Monki // Shoes: Vans

Mit schnellen Schritten verlasse ich das Gebäude. Ein letzter Blick über die Schulter, auf die grauen Laminatböden und großen Fenster, das Treppenhaus, die Kunstwerke. Vorbei an den Frauen im Flur, durch die Drehtüre, endlich raus aus dem alten DDR Komplex. Kurz die verzweifelnde Winterluft einatmen und dann weiter in die kalte Dunkelheit, den Lichtkomplex hintermir lassen, all das. Mit großen Schritten voran, möchte so schnell wie möglich fort, niemandem der letzten Tage begegnen, bemühe mich krampfhaft die Fassade aufrecht zu erhalten. Muss den Schmerz noch ein paar Minuten hinauszögern, muss Abstand, zwischen dem was war und dem was jetzt ist, schaffen. Endlich geht jemand ans Telefon, die Worte fließen aus mir heraus, während im Laternenlicht erste Schneeflocken tanzen. So frei und unbekümmert, befreit von der Angst vor dem Aufprall, sind einfach nur. So ambivalent und friedlich, während bei mir grad mal wieder alles den Bach runter geht. Naja, vielleicht nicht alles, aber ein großer Teil. Ich halte kurz inne und lächele. Lächele, über die Situation und wie etwas so unwirklich schön im Unglück sein kann. Als wolle mir das Universum einen Streich spielen, denke das könne doch nicht wahr sein. Das Lächeln nun viel mehr eine ironische Grimasse, verzerrt, gefrohren, erschöpft. 

 Ich nähere mich der Bahnhaltestelle, kann mich endlich von der drückenden Last des Portfolios befreien, lasse es enttäucht und wütend auf den Boden sinken. Falle auf die Bank daneben, betrachte die Schienen. Wie leise der Schnee doch im Scheinwerferlicht durch die Bäume fällt. Versuche zu rechtfertigen, warum das alles passiert ist und schiebe gleichzeitig die verhängnisvollen Wahrheiten an den dunklen Abgrund meines verdrehten Gehirns. Versuche zu verstehen, resigniert zu sein, es raus zu lassen, aber nicht zu sehr an mich ran. Und immer eure beteuernden Worte im Ohr, leere Hüllen, die mich vor dem Schlimmsten bewahren sollen. Und plötzlich kann ich nicht anders, es geht einfach nicht mehr, der Damm endlich gebrochen. Das Makeup nun in traurigen Striemen über das Gesicht verteilt.

Auch während der ganzen Heimfahrt kann ich die Tränenlawinen nicht stoppen. Und eigentlich will ich es auch nicht. Möchte mir einmal diesen Moment zugestehen, kann ab morgen wieder stark sein, kann ab morgen wieder weiter kämpfen. Vielleicht ist das meine Art mit der Niederlage umzugehen, nachdem ich jedem beteuert habe, wie gut es mir doch ginge, Umarmungen verteilte und versuchte fair zu sein. Und vielleicht ging es gar nicht so sehr darum, dass ich wieder nicht reichte, sondern das es mir viel mehr gezeigt hat, was ich wirklich möchte. Mich verführte, mit dem, was ich hätte haben können. Mein inneres Feuer kurz erkalten ließ, um es jetzt noch höher brennen zu lassen, Spiritus hineinzugießen und es wieder zu entfachen – um es resistenter werden zu lassen.  


Habe zwar den eigentlichen sehr verletzlichen und rohen Ton, der oben geschilderten Situation nicht ganz getroffen, aber so halb. War vor 2 Wochen in Berlin zur Aufnahmeprüfung für einen Bachelor im Modedesign an der Kunsthochschule Weißensee. Diese 4 sehr aufregenden Tage waren eine tolle, aber auch sehr nervenzährende Erfahrung. Ich durfte viele mega tolle Menschen kennenlernen und bin sehr froh bei meiner ersten Aufnahmeprüfung so weit gekommen zu sein. Wenn nicht, hätte mich das echt zerstört haha. Wie oben schon angedeutet, bin ich leider in der allerletzten Runde rausgeflogen und war somit nicht unter den 17, welche eine Chance auf einen Studienplatz bekommen haben. Allerdings habe ich am selben Abend erfahren, dass ich eine Platz am London College of Communication (UAL) für Magazine Journalism und Publishing habe, was mich dann erheblich aufgeheitert hat.

Nichtsdestotrotz möchte ich meine Erfahrungen der Aufnahmeprüfung in einem weitern Post detaillierter schildern. Gerade auch für mögliche zukünftige Prüflinge, denn als ich vor der Prüfung im Internet suchte, habe ich nur vage Erfahrungsberichte von Leuten aus 2005 gefunden…

Zu den obigen Bildern, auch die sind vor 3 Wochen in der Heimat entstanden, als es gerade anfing zu schneien. Zur Zeit bin ich allerdings schon wieder zurück in England und arbeite heftig an meinem neuen und leider auch letzten Projekt (dem Final Major Project oder auch UNIT 7). Wir haben die Recherchephase größtenteils abgeschlossen und sind nun schon in der Experimentier- und Ausprobierphase. Mal schauen, wie das so wird und wie sich alles weiterentwickelt. In weiteren 3 Wochen werde ich jedenfalls schon wieder in Berlin sein, um an einer anderen Aufnahmeprüfung teilzunehmen – hoffentlich läuft das dann besser.

Bis dahin! x

Outfit: It’s easy to lose yourself, I know

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Sweater: selfmade // Pants: Mango // Shoes: Vans

Es tut so gut mit dir spontan zu sein. Lass mal rausfahren sagtest du, einfach ein bisschen weg, nicht zu weit, aber gerade weit genug, um vor allem Anderen zu fliehen. Es hinter uns zu lassen, einfach mal wieder unbeschwert sein. In den ersten Momenten fällt es schwer, will nicht immer die Pläne ändern, hasse und mag das gleichzeitig an dir, so bleibt es interessant. Es fühlte sich so unwirklich an, später aus dem Auto zu steigen, wie im Film entflohen wir dem intensiven Gespräch auf engen Raum, gehen über den leeren Parkplatz in der tiefschwarzen Nacht, nähern uns dem hellerleuchteten Gebäude. Das Koffein in den Adern, zu viele Wortschwälle, wie Wellen, im Kommen am Gehen, mal seicht und dann wieder leise, geteilte Stille durchbrochen von Gelächter. Zu viele geträumte Realitäten, impulsive Ideen, wage Stimmungen, ständig am auftauchen. Und auch als uns später die Dunkelheit wieder umhüllt, du das Radio aufdrehstest und ich mich einfach nur gut fühle. Einfach bin, in diesem Moment, dir beim Singen zuhöre, komische Tanzbewegungen mache und der Landschaft beim vorbeireißen zusehe. Denn genau das sind die Momente, warum wir hier sind. Die mich hierbehalten, obwohl ich sie woanders auch haben könnte. Die Augenblicke, die einen Unterschied machen, die so pur und naiv sind. Die das warme Gefühl von Zusammengehörigkeit vermitteln, die diesen Platz okay machen, ihn so gut werden lassen. Wie damals, als wir uns zu sechst in das Bett kuschelten, mit den wundgetanzten Füßen, all die ehrlichen Worte in deinem Raum. All die Erinnerungen auf der Couch, die Sekunden, in denen wir aufeinander aufpassen, auf den flimmernden Bildschirm schauen, du kochst, wir lachen, Musik. In der Dunkelheit bekannte Wahrheiten sagen, die Nacht zum Tag machen und einfach sind. Die Sorgen für wann anders aufheben, die Episoden auf morgen verschieben, denn wir haben sie alle und uns einfach nur gegenseitig verstehen. Denn das ist es, was zählt, am Ende und das ist es, woran wir uns irgendwann mal erinnern werden.

Hoffentlich.


Dieser Text ist auch ein eher älterer, habe ihn glaube ich irgendwann Anfang Dezember geschrieben, weiß das nicht mehr so genau…

In der Zwischenzeit ist so viel passiert, habe es einfach nicht mehr geschafft mich hier zu melden, obwohl ich mir das doch so sehr vorgenommen hatte. Aber ich glaube, ich werde versuchen mir hier keinen Stress zu machen, hab davon schon genug. Werde es einfach fließen lassen, schreiben, wenn ich mich danach fühle und nichts erzwingen. War über Weihnachten zuhause und es war so schön, genau die Pause, die ich brauchte. Habe nicht nur viel mit der Familie unternommen, Bücher gelesen, war auf dem LANY Konzert, zu viel gutes Essen gegessen, Freunde wiedergesehen, war aber auch sehr mutig, habe mir meinen ersten Piercing stechen lassen, den ich schon so lange wollte. Eigentlich ist er nichts besonderes, ein Helix, wie ihn so viele andere auch haben, aber mich hat er ein Stück wieder komplett gemacht. Denn darum ging es ebi mir in diesen zwei Wochen in der Heimat: wieder komplett werden, wieder zu mir zurückfinden.

Allerdings, als ich zurück in die Unistadt gefahren bin, ist das alles wieder zusammengestürtzt. Hatte erstemal eine heftige Panikattacke über mehrere Tage, zu viel Angst wieder zu dem Zustand zurückzukehren, in dem ich vor Weihnachten gewesen bin. Außerdem musste ich mich wieder an das Alleinesein gewöhnen. Zu vieles hat sich wie ein Dejà-vu angefühlt, das leere Haus, erstmal kein WLAN, die gleichen Sachen gekauft. Silvester habe ich mit den Mädels von der Uni verbracht.

Nachdem ich die ersten vier Tage Uni überstanden hatte, ging es für mich aber erstmal  für ein Wochenende nach Birmingham, um meine beste Freundin zu treffen. Und das war genau das, was ich gebraucht habe. Und es war so gut, obwohl ich zuvor so sehr angezweifelt hatte, ob ich das überhaupt schaffe, durchzuhalten, stark zu sein und dahin zu fahren. Aber sobald ich das strahlende Lächeln gesehen habe, wir die ersten Lachkrämpfe und One Direction Dance Sessions hinter uns hatte, wusste ich das es das richtige war. Alles war irgendwie noch wie früher, so vertraut, zuhause.

Die Woche danach war wieder sehr durchwachsen, ständige Zweifel, aber auf dem Weg der Besserung und Samstagmorgens bin ich wieder der Stadt entflohen. Diesmal ging es für mich nach London. Hatte mich schon seit Ewigkeiten auf dieses Konzert gefreut (The Hunna), war aber ein bisschen beunruhigt, weil es mein erstes größeres Konzert (mehr als 300 Leute) alleine war. Jedoch habe ich vorher super nette Mädels kennengelrnt, mit denen ich einen tollen Nachmittag verbracht habe. Und dann an der Venue habe ich auch sofort eine super Clique gefunden und daher das beste Konzert überhaupt gehabt. So viel Adrenalin, ich habe mich so wohl gefühlt, es war genau der Ort, an dem ich sein sollte.

Dieses Hoch habe ich zum Glück auch irgendwie geschafft mir die nächste Woche(n) beizubehalten. War ab jetzt mehr ausgeglichener und habe mich zur Ablenkung in Arbeit gestürtzt. Hatte zwei sehr taffe Wochen, die nicht nur die Erstellung meines Portfolios und Bewerbungsprozesse in sich hatten,  aber auch das Herstellen meines Final Pieces für diese Unit. Im Endeffekt habe ich alles geschafft und letzte Woche nun Abgabetermine gehabt.

Jetzt sind nur noch einige kleine Besorgungen, eine Präsentation und ein Briefing zu schaffen, bevor es für mich wieder in die Heimat für eine Aufnahmeprüfung geht – drückt mir die Daumen!

xx