Personal: Ruby

Sweatshirt: Pull & Bear // Jeans: Wrangler // Shoes: Vans

Bei euch halte ich die Zeit an. Bei euch schwimme ich durch weiße Stille. Den Kopf von wolkiger Watte umwickelt, die inneren Stimmen gedämpft. Bewege mich in scheinbarer Unendlichkeit, habe vergessen, welcher Tag heute ist. Es existiert nur noch das „dazwischen“: zwischen den Malzeiten, zwischen den Zeilen.

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Personal: Die Wut in mir – Weltfrauentag 8.März 2019

Ich bin wütend. Und das sehr lange schon. Unterschwellig kocht es in mir, es brodelt und blubbert und will an die Oberfläche. Die Drahtseile der Gedanken zum Zerreißen gespannt. Alles ist nur eine Frage der Zeit. Wie lange? Wie lange? Wie lange? Wie viele Stunden, Tage und Minuten werde ich es noch unterdrücken können? Es runterschlucken und wie alle anderen verleugnen, verblenden, so tun, als wäre nichts. Als würde da nicht dieser riesige blaue Elefant im Raum sitzen. Ich bin nicht die Einzige, die ihn sieht und trotzdem umgehen wir ihn. Winden und schlingen uns vorbei, kneifen die Augen zusammen, schauen durch ihn hindurch.

Manchmal jedoch, verliere ich meine Kontrolle, dann entflieht ein riesiger Schwall lauter chaotischer Wortkotze meinem Mund, der nicht zu stoppen ist. Reflexartig und undurchdacht werfe ich meinem Gegenüber dann eine gebündelte Portion Meinung an den Kopf, die meist abprallt und dann zwischen uns im Raum hängenbleibt. Da ist sie nun, all die Wut, ich kann sie nicht mehr zurücknehmen, will ich auch gar nicht, aber das Gegenüber kann sie auch nicht annehmen. Weiß keine Antwort, wie und wann kommt die Reaktion? Wann? Ja wann?

Ich habe letztens mit einem Freund gesprochen, nachdem ich ihm genau so eine geballten wütenden Wortschwall entgegen gebracht habe, voller Passion meine Stimme erhob und wild mit den Händen fuchtelte. Er meinte, Menschen begeistern sich meist leidenschaftlich für eine Sache, weil sie davon betroffen sind. Weil sie es nachvollziehen können und ihren eigenen Bezug dazu haben. Mein Bezug: Ich bin eine Frau.

Ich bin wütend auf die Ungleichheit zwischen Männer und Frauen und deren Bevormundung. Überall scheint die Rede von „Equality“ und „Feminism“, aber eine wirkliche Gleichheit ist auch 2019 (!) noch lange nicht erreicht.

Seit Ende Januar warte ich nun schon auf eine ganz bestimmte Reaktion zu der Thematik, seit dem Beginn des Social Media Protestes der Berliner Organisation Stimmrecht gegen Unrecht um genau zu sein. Nämlich auf die, des Mannes, der meine Wut wieder aufflammen ließ. Es handelt sich um niemand geringeren, als Jens Spahn, den Gesundheitsminister.

Ein Mann, der durch seine populistischen Aussagen immer mal wieder in den Medien erscheint. Ein Mann, der glaubt aufgrund seines Amtes und der bloßen Tatsache ein Mann zu sein, über das andere Geschlecht zu urteilen, zu bestimmen und deren Urteilsvermögen anzweifeln zu können.

In der Debatte um die Paragrafen 218 und 219a des Strafgesetzbuches, welche Schwangerschaftsabbrüche als größtenteils illegal definieren und nicht nur deren Werbung verbieten, sondern auch Ärzten über diese sachlich auf ihren Webseiten zu informieren, hat sich Jens Spahn mehrfach im Ton vergriffen und öffentliche Frauenverachtende Aussagen getroffen. So würden wir als Frauen die Pille danach „wie Smarties fressen“. Außerdem wäre uns das Leben von Tieren wichtiger als das von ungeborenen Menschen. Nun die Kirsche auf der Sahne: Man hat ihm 5 Millionen Euro genehmigt, um eine Studie über die psychischen Folgen von Schwangerschaftsabbrüchen durchzuführen. Dies ist nicht nur eine Demütigung der gesamten Frauen, für die sich keine Worte finden lassen, sondern auch eine große Fehlinvestition. Denn: Renommierte Studien bezüglich dieser Thematik wurden schon zur Genüge durchgeführt. Und nur, weil einem das Ergebnis missfällt, gibt es einem nicht das Recht, so Steuergelder zu verprassen, die in anderen Gebieten, wie der Pflege, wesentlich besser aufgehoben wären.

Trotz unzähligen aufgebrachten Frauen, die sich gegen die Studie – ca 70.000 haben die Online Petition von der Bloggerin Nike van Dinther unterzeichnet – und gegen 219a aussprechen, gibt es immer noch keine offizielle Stellungnahme von Jens Spahn. Stattdessen löscht sein Social Media lieber Kommentare und Hashtags wie #weg219a und #5millionenspahnsinn.

Wenn man von der Debatte um Paragraf 218 und 219a des Strafgesetzbuch angestachelt, einmal ein bisschen mehr an der Oberfläche der Beziehung von Deutschland und dem Feminismus kratzt und sich tiefer in die Kluft der Rechte von Männern und Frauen begibt, erkennt man erst, wie viele Mängel und Ungleichheiten auch heute noch vorhanden sind. Dies spiegelt sich beispielsweise in der Gender Pay Gap wieder. Laut aktuellster Ergebnisse verdienen Frauen im Durchschnitt 21 Prozent weniger für die gleiche Arbeit – anders ausgedrückt: bis zum 18. März arbeiten Frauen demnach umsonst. Von Printmedien und deren Social Media Accounts, wie der des Frauenmagazins Petra, das durch Werbekampagnen immer noch veraltete Frauen- und Rollenbilder bedient, einmal abgesehen. Die Reduzierung von Frauen als körperliche Sexobjekte mit Sprüchen wie „wenn man Frauen Aufmerksamkeit, Küsse, ehrliche Komplimente und leidenschaftlichen Sex gibt, zicken die gar nicht rum. So einfach ist das“, sind weder hip, noch zeitgemäß, sondern einfach nur verachtend. Dass man über die äußere Hülle hinaus so viel facettenreicher und schlichtweg menschlich ist, passt in dieses Weltbild aber nicht herein. Wie auch, denn sonst würde eine komplette Industrie, die genau darauf aufgebaut ist, zusammenstürzen.

Und heute, am Freitag, den 8.März, werde ich von genau dieser inneren Stärke Gebrauch machen. Ich werde meiner Wut Ausdruck verleihen und diesmal nicht nur als unkontrollierter Wortschwall, ich werde etwas viel Lauteres tun: Etwas, das gesehen wird. Ich werde auf die Straße gehen und Teil eines Ganzen werden, einer Bewegung. Denn: Der Weltfrauentag ist nicht nur ein Feiertag, viel mehr ist er ein Kampftag. Und ich werde kämpfen. Für uns, für Frauen, für eine bessere Repräsentation und für Gleichberechtigung. Für Sicherheit, körperliche Selbstbestimmung und für Akzeptanz – kurz: Für eine bessere Zukunft.

Outfit: Heaven in Hiding

T-Shirt: Halsey Merch // Jeans: Bershka // Shoes: Dr Martens // Jewelry: 2nd hand

Es war an ihrem Geburtstag, als ich dir diesen neuen Teil von mir gezeigt habe, der schon so viel länger da ist.

Ich wusste noch nicht mal mehr, ob ich ihr gratulieren sollte. Konnte nicht mehr abschätzen, ob sie das überhaupt noch wollte. Ich muss an unsere letzte Unterhaltung vor ein paar Wochen denken. Als wir uns nach einem Jahr wieder sahen, an diesem kalten Abend voller Menschen, zu sehr in den stillschweigenden Worten gefangen. Irgendwie hatte sie mir nicht mehr zu sagen oder ich ihr, es fühlte sich nicht mehr echt an. Sind das jetzt wir? Diese gezwungenen Lächeln, Blicke, das schnellstmöglichen Entkommen der Situation. Wann haben wir die Abzweigung verpasst? An diesem einen Oktobermittag auf deinem Bett und meiner dunklen Laune? Oder war es schon so viel früher?

Zunächst ist es nur eine beiläufige Bemerkung, dann ziehe ich meine Seele blank unter dem Glasdach der Straßenbahnhaltestelle. Stehe in der Ecke und rede über all die Dinge, die schon lange das sind, die ich aber noch nie so detailliert ausgesprochen habe. Erfahrungen, die ich bis jetzt nur für mich aufbewahrt habe. Gedanken, Gefühle, Sicherheiten in der Unsicherheit.

Dieser große Schritt, der sich so besonders angefühlt hat, weil du mich schon so lange kennst. Das Prickeln im Nacken, es ist aufregend erleichternd zugleich, obwohl es nie eine Bürde darstellte. Eigentlich ist es doch so normal und dann wieder doch nicht. Aber sobald ich anfing es in Worte zu verfassen und du immer mehr nachfragst, ist es nicht mehr zu stoppen. Während wir erst durch die Nacht fahren, dann laufen, führen wir einige der ehrlichsten Gespräche unserer Freundschaft, zumindest für mich. Und ich realisiere, wie tiefgreifend das doch alles ist.

Random: Little Update

Pictures via Pinterest

Nach langer Zeit gibt es hier mal wieder ein Update. Die letzten zwei Monate war ich unglaublich busy, von einer großen Sache zur nächsten, eine Chance nach der Anderen. Zu Beginn des neuen Jahres ging es für mich direkt nach Berlin zurück. Dort habe ich erstmal für die Uni gearbeitet, mein Semesterprojekt realisiert und viele Stunden im Nähstudio verbracht. Zwischen zeitlich an den Wochenenden haben mich Freundinnen in Berlin besucht – hatte wirklich eine wunderschöne Zeit!

Direkt danach ging es weiter mit der Fashion Week. Als Gastredakteurin habe ich mehrere Artikel für Fashion Street Berlin geschrieben und durfte neben der Seek und mehreren Inluencer Events auch die Neo.fashion Show und die von Kilian Kerner anschauen. Auf lange Tage folgten längere Nächte. Ich bin unglaublich dankbar für diese Chance, ich hatte super viel Spaß. In den nächsten Wochen möchte ich hier übrigens auch mehr Artikel von und über die Mercedes-Benz Fashion Week Berlin hochladen – habe noch viel Material.

Nach der Fashion Week ging es direkt in die Prüfungsphase an der Uni. Neben den Klausuren und Mappenabgaben, hatte ich noch ein sehr cooles Fotoshooting von meinem Semesterprojekt, darüber gibt es auch demnächst mehr. Abgeschlossen habe ich diese unglaublich heiße Phase noch mit der Teilnahme an der Eignungsprüfung an der Kunsthochschule Weißensee. Ich hatte überlegt eventuell die Uni zu wechseln, leider hat das aber nicht geklappt…

Und zu guter Letzt, war ich vor 2 Tagen noch auf dem Twenty One Pilots Konzert in Berlin. Wow. Der Abend war einfach unbeschreiblich!!! Habe das immer noch nicht alles verarbeitet. Es war total krass und emotional. Außerdem habe ich so nette und coole Leute dort kennengelernt, die diesen Abend einfach unvergesslich gemacht haben.

So viel erstmal dazu. Ich hoffe, ich werde demnächst wieder aktiver hier sein. Irgendwie habe ich sehr viel Material und bin sehr motiviert.

Sketchbook: Life drawings

Es ist schon ziemlich lange her, dass ich ein paar Zeichnungen und Bilder geteilt habe. Im Rahmen meines Studiums habe ich wöchentlich Aktzeichnen, einer meiner persönlichen Highlights. Bis jetzt ist es das kreativste Fach, in dem man keine Angst haben muss vor dem Versagen, bei dem alles falsch zu machen trotzdem richtig, gerade weil es kaum noch ein richtig und falsch gibt. 1,5 Stunden Freiheit, nur man selbst, das Papier und das Model.

Über die letzten zwei Monate habe ich gemerkt wie sehr diese Klasse mir hilft: Ich kann das Gelernte sofort auf andere Kurse anwenden, mich motiviert er unglaublich und man sieht mit jeder Woche einen Fortschritt. 

Einige Bilder von dieser Woche. Seit kurzem habe ich wieder angefangen mit Acrylfarbe zu experimentieren und meine Liebe zur Malerei wieder entdeckt. Mich hat es sehr daran erinnert, wie ich vor 2 Jahren fast jeden Tag gemalt habe, wie therapeutisch es für mich war, wie ich dabei alles vergessen konnte. Ich finde es super spannend, die Leinwand/das Papier mit der Farbe zu erkunden, das Bild aufzubauen, zu schichten. Außerdem fällt es mir damit wesentlich leichter, die Hell/Dunkel Verhältnisse darzustellen. 

Zu Beginn des Kurses haben wir uns mit Bleistift und Graphit an die Figur herangetastet. Später mit Kohle, Buntstift und Kreide experimentiert und abstrahiert. 

Das gleiche gilt auch für die angezogene Figur. Mit verschiedenen Schraffuren habe ich hier die Schatten dargestellt. Das Model trug einen weißen Mantel, deshalb auch die weißliche Struktur, die ich mit einem weichen Holzstift erzeugt habe. 

Das sind meine zwei Lieblingsbilder – ich habe sie sogar bei uns in der Wohnung aufgehängt..

Wie man sehen kann, haben wir eine große Diversität der Models, die sich in Geschlecht, Köperform und Hautfarbe unterscheiden. Gerade das macht auch diesen Aktzeichenkurs so attraktiv, jede Woche ist eine neue Herausforderung, ein neuer Versuch über sich hinauszuwachsen, zu lernen. Und deshalb freue ich mich schon sehr auf nächste Woche.