Outfit: Heaven in Hiding

T-Shirt: Halsey Merch // Jeans: Bershka // Shoes: Dr Martens // Jewelry: 2nd hand

Es war an ihrem Geburtstag, als ich dir diesen neuen Teil von mir gezeigt habe, der schon so viel länger da ist.

Ich wusste noch nicht mal mehr, ob ich ihr gratulieren sollte. Konnte nicht mehr abschätzen, ob sie das überhaupt noch wollte. Ich muss an unsere letzte Unterhaltung vor ein paar Wochen denken. Als wir uns nach einem Jahr wieder sahen, an diesem kalten Abend voller Menschen, zu sehr in den stillschweigenden Worten gefangen. Irgendwie hatte sie mir nicht mehr zu sagen oder ich ihr, es fühlte sich nicht mehr echt an. Sind das jetzt wir? Diese gezwungenen Lächeln, Blicke, das schnellstmöglichen Entkommen der Situation. Wann haben wir die Abzweigung verpasst? An diesem einen Oktobermittag auf deinem Bett und meiner dunklen Laune? Oder war es schon so viel früher?

Zunächst ist es nur eine beiläufige Bemerkung, dann ziehe ich meine Seele blank unter dem Glasdach der Straßenbahnhaltestelle. Stehe in der Ecke und rede über all die Dinge, die schon lange das sind, die ich aber noch nie so detailliert ausgesprochen habe. Erfahrungen, die ich bis jetzt nur für mich aufbewahrt habe. Gedanken, Gefühle, Sicherheiten in der Unsicherheit.

Dieser große Schritt, der sich so besonders angefühlt hat, weil du mich schon so lange kennst. Das Prickeln im Nacken, es ist aufregend erleichternd zugleich, obwohl es nie eine Bürde darstellte. Eigentlich ist es doch so normal und dann wieder doch nicht. Aber sobald ich anfing es in Worte zu verfassen und du immer mehr nachfragst, ist es nicht mehr zu stoppen. Während wir erst durch die Nacht fahren, dann laufen, führen wir einige der ehrlichsten Gespräche unserer Freundschaft, zumindest für mich. Und ich realisiere, wie tiefgreifend das doch alles ist.

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Personal: Waiting Game

Hat: 2nd Hand // Scarf: Selfmade // Coat: H&M // Jewellery: Gerstaecker // Pants: Mango // Shoes: Asos

Erwachsensein ist glaube ich, trotz des bis zum Halse schlagenden Herzens noch normal funktionieren zu können. Trotz der schwitzigen Hände, dich trotzdem ansprechen zu können. Einfach mal den Kopf ausschalten, den Gedankenstrom abklemmen, all die Hemmungen drei Schritte hinter mir zurücklassen. Hätten wir uns vor 15 Monaten getroffen, würde ich immer noch auf der Mauer sitzen, während du an mir vorbeiläufst. Allerdings wäre meinem jetzigen Ich deine Clique egal. Vielleicht hat es auch etwas mit meinem Selbstvertrauen zu tun, zumindest an den guten Tagen, aber ich tue die Dinge jetzt viel öfter. Wachse ein paar Zentimeter über mich hinaus, verwirkliche meine Entscheidung, auch wenn sie nur unterbewusst sind.

Hätten wir uns vor 15 Monaten getroffen, hätte ich mich niemals zu dir umgedreht und den ersten Schritt gemacht. Ich habe all die drückenden Gedanken ausgeschaltet, die mich immer wieder daran erinnern zu versuchten, wie interessant, spannend und anziehend ich dich fand. Wie gerne ich dich richtig kennengelernt hätte. Vielleicht habe ich mir auch einfach nur verboten, mir die Zukunft bis ins kleinste Detail auszumalen, denn dann treffen einen die Enttäuschungen erst recht und zwar richtig. Vielleicht habe ich meine Erwartungen heruntergeschraubt. Wenn ich davon ausgehe, dass du mich eh nicht magst und einfach nur nett bist, fällt es mir viel leichter nett zurück zu sein. Das Gespräch am laufen zu halten, Wörter über meine Lippen kommen zu lassen und die Muskeln entspannt.

Vielleicht fällt es mir auch nur leichter, weil du du bist. Und ich endlich aufgehört habe zu interpretieren.

Personal: 100 letters

Processed with VSCO with m5 preset

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// The Pictures were taken at the Bread && Butter / Blouse: Mango / Pants: Asos / Shoes: Vans //

Du meldest dich wieder. Nach 4 Monaten, fast 5, 134 Tage. Du meldest dich wieder. „Hii“, mit Doppel-I, als würde eins nicht genügen. Zwei sind mehr als eins, als wolltest du mir zeigen, wie doll du dich bemühst. Du kannst die Dinge nicht ohne mich, es braucht immer zwei. Allerdings weißt du nicht, dass ich genauso gut kaputt gehen kann, ohne dich. Ein bisschen wie diese zwei I’s, ein bisschen verloren, der Kopf ganz weit weg vom Körper, wir sind am abdriften, ganz weit weg.

Ich öffne die Nachricht und lasse sie unbeantwortet, lasse sie verschwinden. Dieses „Hii“ kann alles bedeuten, nur ich will dir die Angriffsfläche nicht geben. Will dich nicht ermutigen, um dich wieder abblitzen zu lassen. Ich habe meinen Schlussstrich vor 134 Tagen gezogen.

Ich kann mich nicht mehr an dein Auto erinnern, dein Gesicht verschwimmt langsam. Habe dich aus meinen Gedanken gestrichen, keinen mehr an dich verschwendet. Und trotzdem kann ich nicht glauben, dass du immer noch an mich denkst, dass ich noch in deinem Kopf herumspuke. Was musst du wohl in mir sehen, was für ein verdrehtes Bild du von mir haben musst. Irgendein Ideal.  Und wie oft du nur darum kämpfst. Vielleicht ist es das, was dich anheizt.

Denn weißt du, würde ich mich darauf einlassen, würde es nur auf eines heraus hinausführen, nämlich nirgendwohin. Wir werden wieder die gleiche Sackgasse erreichen, werden uns im Kreis drehen, zu keinem Schluss kommen. Ein leichter Zeitvertreib, ein Ziehen, genau das sind wir. Obwohl genaugenommen gab es dieses „w i r“ nie, nur in meinem Kopf. Ein Echo der Realität. Eine Gedankenspinnerei, ein was-wäre-wenn.

Random: Parisienne, zu viel Rotwein

Blazer: second Hand // Pants: Asos // Shoes: Vans

Es ist, als hätte ich einen Marathon hinter mir. Bin müde, ausgelaugt, aus der Puste. Ich habe uns gerade beendet. Das Ende eines Jahres. Das Kapitel so gut wie abgeschlossen, ganz konnte ich es doch nicht, der letzte Punkt ist noch nicht gesetzt. Ich weiß nicht wie ich mich fühle. Irgendwie fertig. Teils erleichtert und befreit, teils traurig. Ich weiß nicht, ob ich die richtigen Sachen gesagt habe, so oft hast du mir die Worte im Mund umgedreht. Hast mich schwach aussehen lassen – hast du mich jemals ernst genommen? Mehr gesehen als das verwirrte unsichere Mädchen, das irgendwie alles will, aber sich für nichts entscheiden kann.  Habe dir zu oft unterschwellig zu verstehen gegeben, dass ich das gerade nicht kann, dass das was du gibst, deine Bedingungen, mir nicht reichen und ich dir nicht reichen werde. Und trotzdem, wenn das Handy aufflimmert, hoffe ich immer noch, dass du doch nochmal was sagst. Manipulierst mich, alles zu überdenken, lasse meine höchsten Anforderungen für dich schwinden, würde sofort alles liegen lassen, wie ich dir so viel Macht über mich gebe. Du bist mein Schwachpunkt. Warst es immer, wirst es immer sein. Vielleicht.

Ganz klein fängt es an, stolz hört es auf. Umgedrehte Prinz Pi Zeilen beschreiben mein Innerstes am besten. Bin stolz, dass ich diesmal nicht komplett eingeknickt bin. Kein Vielleicht habe stehen lassen. Du verstehst mich immer noch nicht ganz, aber jetzt vielleicht besser als davor. Und trotzdem fühle ich mich, als hätte ich uns gerade den Schlusstrich versetzt. Was ich ja eigentlich auch habe. Es war nicht leicht, dachte zu oft, ich hätte mit dir abgeschlossen und vielleicht kann ich es jetzt endlich ganz. Muss nach vorne sehen, mich auf die Zukunft konzentrieren. Kann nicht schon wieder die gleichen Fehler machen, bin zu kurz davor gewesen. Muss jetzt erwachsen handel , auf mich aufpassen, die richtigen Entscheidungen fällen. Des nächste Mal wäre es an mir, zu kämpfen. Ich habe etwas besseres verdient. Ich habe jemanden verdient, der alles für mich gibt und nicht nur solche Halbwahrheiten. Jemanden der, mit mir Kompromisse eingeht und keine wagen Versprechen.

Jemanden, der mit mir springt.

Outfit: Bonfire

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Shirt: The Hunna Merch // Pants: Monki // Shoes: Vans

Mit schnellen Schritten verlasse ich das Gebäude. Ein letzter Blick über die Schulter, auf die grauen Laminatböden und großen Fenster, das Treppenhaus, die Kunstwerke. Vorbei an den Frauen im Flur, durch die Drehtüre, endlich raus aus dem alten DDR Komplex. Kurz die verzweifelnde Winterluft einatmen und dann weiter in die kalte Dunkelheit, den Lichtkomplex hintermir lassen, all das. Mit großen Schritten voran, möchte so schnell wie möglich fort, niemandem der letzten Tage begegnen, bemühe mich krampfhaft die Fassade aufrecht zu erhalten. Muss den Schmerz noch ein paar Minuten hinauszögern, muss Abstand, zwischen dem was war und dem was jetzt ist, schaffen. Endlich geht jemand ans Telefon, die Worte fließen aus mir heraus, während im Laternenlicht erste Schneeflocken tanzen. So frei und unbekümmert, befreit von der Angst vor dem Aufprall, sind einfach nur. So ambivalent und friedlich, während bei mir grad mal wieder alles den Bach runter geht. Naja, vielleicht nicht alles, aber ein großer Teil. Ich halte kurz inne und lächele. Lächele, über die Situation und wie etwas so unwirklich schön im Unglück sein kann. Als wolle mir das Universum einen Streich spielen, denke das könne doch nicht wahr sein. Das Lächeln nun viel mehr eine ironische Grimasse, verzerrt, gefrohren, erschöpft. 

 Ich nähere mich der Bahnhaltestelle, kann mich endlich von der drückenden Last des Portfolios befreien, lasse es enttäucht und wütend auf den Boden sinken. Falle auf die Bank daneben, betrachte die Schienen. Wie leise der Schnee doch im Scheinwerferlicht durch die Bäume fällt. Versuche zu rechtfertigen, warum das alles passiert ist und schiebe gleichzeitig die verhängnisvollen Wahrheiten an den dunklen Abgrund meines verdrehten Gehirns. Versuche zu verstehen, resigniert zu sein, es raus zu lassen, aber nicht zu sehr an mich ran. Und immer eure beteuernden Worte im Ohr, leere Hüllen, die mich vor dem Schlimmsten bewahren sollen. Und plötzlich kann ich nicht anders, es geht einfach nicht mehr, der Damm endlich gebrochen. Das Makeup nun in traurigen Striemen über das Gesicht verteilt.

Auch während der ganzen Heimfahrt kann ich die Tränenlawinen nicht stoppen. Und eigentlich will ich es auch nicht. Möchte mir einmal diesen Moment zugestehen, kann ab morgen wieder stark sein, kann ab morgen wieder weiter kämpfen. Vielleicht ist das meine Art mit der Niederlage umzugehen, nachdem ich jedem beteuert habe, wie gut es mir doch ginge, Umarmungen verteilte und versuchte fair zu sein. Und vielleicht ging es gar nicht so sehr darum, dass ich wieder nicht reichte, sondern das es mir viel mehr gezeigt hat, was ich wirklich möchte. Mich verführte, mit dem, was ich hätte haben können. Mein inneres Feuer kurz erkalten ließ, um es jetzt noch höher brennen zu lassen, Spiritus hineinzugießen und es wieder zu entfachen – um es resistenter werden zu lassen.  


Habe zwar den eigentlichen sehr verletzlichen und rohen Ton, der oben geschilderten Situation nicht ganz getroffen, aber so halb. War vor 2 Wochen in Berlin zur Aufnahmeprüfung für einen Bachelor im Modedesign an der Kunsthochschule Weißensee. Diese 4 sehr aufregenden Tage waren eine tolle, aber auch sehr nervenzährende Erfahrung. Ich durfte viele mega tolle Menschen kennenlernen und bin sehr froh bei meiner ersten Aufnahmeprüfung so weit gekommen zu sein. Wenn nicht, hätte mich das echt zerstört haha. Wie oben schon angedeutet, bin ich leider in der allerletzten Runde rausgeflogen und war somit nicht unter den 17, welche eine Chance auf einen Studienplatz bekommen haben. Allerdings habe ich am selben Abend erfahren, dass ich eine Platz am London College of Communication (UAL) für Magazine Journalism und Publishing habe, was mich dann erheblich aufgeheitert hat.

Nichtsdestotrotz möchte ich meine Erfahrungen der Aufnahmeprüfung in einem weitern Post detaillierter schildern. Gerade auch für mögliche zukünftige Prüflinge, denn als ich vor der Prüfung im Internet suchte, habe ich nur vage Erfahrungsberichte von Leuten aus 2005 gefunden…

Zu den obigen Bildern, auch die sind vor 3 Wochen in der Heimat entstanden, als es gerade anfing zu schneien. Zur Zeit bin ich allerdings schon wieder zurück in England und arbeite heftig an meinem neuen und leider auch letzten Projekt (dem Final Major Project oder auch UNIT 7). Wir haben die Recherchephase größtenteils abgeschlossen und sind nun schon in der Experimentier- und Ausprobierphase. Mal schauen, wie das so wird und wie sich alles weiterentwickelt. In weiteren 3 Wochen werde ich jedenfalls schon wieder in Berlin sein, um an einer anderen Aufnahmeprüfung teilzunehmen – hoffentlich läuft das dann besser.

Bis dahin! x