JPF Blog: Period Petition – Viva la menstruation

Im Rahmen des Jugendpressefrühlings 2019 – eine Medientagung für Jugendliche während des Pfingstwochenendes in Bad Segeberg – habe ich einen Artikel über die Luxussteuer auf weibliche Hygieneartikel geschrieben. Meiner Meinung ist er mir sehr gut gelungen, weshalb ich ihn hier ebenfalls gerne teilen möchte. Das Original mit mehr Illustrationen ist hier nachzulesen.


1€ – so viel kostet ein einzelner Tampon aus der Drogerie. I0.000 Stück verwendet eine Frau* durchschnittlich in ihrem Leben. Das macht also 10.000€ insgesamt – und das nicht nur für Tampons, sondern auch für Binden, Menstruationstassen oder Schmerzmittel. Eine ganze Menge Geld, für so etwas Unausweichliches wie die Periode. Und trotzdem bleibt es unabdinglich: Wer in unserer westlichen Welt nicht zu Hygieneprodukten greift, hat keine Chance. Systematische Ausgrenzung, öffentliche Demütigungen oder Schlimmeres sind automatische Folgen und Strafen, durchgeführt von der Gesellschaft selbst. Obwohl man in vielen Bereichen der Wissenschaft und medizinischen Forschung schon so viel Wissen erreicht hat, bleibt der weibliche Körper weiterhin ein stigmatisiertes und tabuisiertes Thema, gefüllt von Scham, dass nur hinter geschlossenen Türen und hervorgehaltenen Händen stattfindet. Wenn es um den Uterus in jeglicher Form geht, wird die Gesellschaft  rückschrittlich, zumindest im gesellschaftspolitischen Bereich.

Sobald es um weibliche Hygiene geht, verliert Deutschland seine Fortschrittlichkeit und deklariert natürliche Prozesse des femininen Körpers als Luxusproblem. Die regulären sieben Prozent Mehrwertsteuer, welche auf lebensnotwendige Produkte des täglichen Bedarfs angewendet wird, gilt hier nicht. Stattdessen werden Hygieneprodukte vergleichbar mit Kaviar oder Champagner als Luxusgüter eingeordnet und somit mit 19 Prozent besteuert.

Das macht eine ganze Menge aus. Auf das gesamte Leben betrachtet, von dem ungefähr 40 Jahre von der Menstruation begleitet werden, würde man ohne Steuer 200€ weniger für Tampons und Co. ausgeben. Selbst wenn man sie mit den gebräuchlichen sieben Prozent besteuert, würde jede Menstruierende immer noch ungefähr 100€ einsparen. Für Personen aus minder bemittelten Gesellschaftsschichten, marginalisierten Gruppen oder auch für Schüler und Studenten kann dieser Betrag ausschlaggebend sein. Gerade für Hartz-IV Empfänger, denen ein monatliches Budget von 15€ für ihre Gesundheit sowie Arztbesuche zur Verfügung stehen, kann es knapp werden.

„Unterschreiben für die Scheide“

Dieses Bewusstsein für die finanzielle Benachteiligung und systematischen Diskriminierung von Menstruierenden, die schon 2017 Anklang in den Medien fand, feiert nun ihr Revival.  Einhorn, ein Start-Up für “Fairstainable” (Neologismus für nachhaltig und fair) produzierte Periodenprodukte und Kondome, hat sich diesem Problem angenommen. Gemeinsam mit dem Neon Magazin haben sie einePetitionfür die Senkung der Steuer auf Perioden-Produkte ins Leben gerufen. Die beiden haben sich zum Ziel gesetzt, den “offensichtlichen Sexismus im Mehrwertsteuersystem auszuräumen” und eine “Gleichberechtigung in allen Bereichen der Politik” durchzusetzen.

Vom 30.04. 2019 bis zum 28.05. 2019 konnte jeder die „Petition 91015: Umsatzsteuer – Besteuerung von Periodenprodukten mit dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7 %“ online mitzeichnen. Man brauchte einzig und allein ein Profil bei dem Petitionsforum des Deutschen Bundestages. Inzwischen befindet sich die Petition in der Prüfung, soll aber wahrscheinlich im September diesen Jahres dem Bundestag vorgelegt werden. Die Hürde, von den dazu notwendigen 50.000 Unterschriften, wurden mit Leichtigkeit überschritten. Die Petition von einhorn und Neon hat sogar 31425 Unterzeichner mehr.    

#keinLuxus – Die Macht von Social Media

Dieser Meilenstein wäre ohne die gezielte Werbung auf Sozialen Netzwerken wie Instagram undenkbar gewesen. Seit November 2018 macht einhorn auf die Problematik der Ungerechtigkeit im Mehrwertsteuersystem aufmerksam. So haben sie nicht nur Demonstrationen, wie die zum Weltfrauentag am 8. März besucht, sondern auch eigens ein Lied kreiert. Der Rap-song „#keinluxus“ mit dazugehörigen Musikvideo soll ebenfalls mehr Aufmerksamkeit schaffen. Zudem mobilisieren Neon und einhorn mit dem gleichnamigen Hashtag ihre Community.

Seit Beginn der Petition kommunizieren und bewerbeneinhorn und Neon diese mit Illustrationen, Slogans und Fotografien intensiv auf Instagram. Und genau dieses Rühren der Werbetrommel hat den Unterschied gemacht. Spulen wir 24 Stunden vor Ende der Petition zurück: Bis dahin haben ungefähr 24.000 Menschen unterzeichnet. Neon und einhorn nehmen gezielt Kontakt auf mit großen sowie kleinen Influencern und Organisationen. Sie werden nicht nur vom MutterverlagGruner & Jahr unterstützt, sondern auch von Micromagazinen wie not another woman Mag. Zudem springen PR-Agenturen wie Bold BerlinFotografen oder Privatpersonen auf den Zug auf und teilen die Petition. Dasselbe gilt für politische Organisationen wie Stimmrecht Gegen Unrecht und sogar die Grünen Braunschweig. Nur mit dieser Unterstützung war es möglich in so kurzer Zeit so viele potentielle Unterzeichner zu erreichen und sogar rund 30.000 Unterschriften mehr zu erlangen.

Bücher statt mit Wörtern lieber mit Tampons füllen

Wie bei jeder Problematik gibt es aber auch hier Grauzonen und temporäre Lösungen. So wie beispielsweise der kreative Ansatz von the female company. Durch das Ändern der Verpackung der Tampons kann man das Gesetz umgehen und das Produkt mit den üblichen 7 Prozent besteuert. Nette Idee. Allerdings bleibt die Frage, ob es wirklich erst soweit kommen muss, dass Tampons in Bücher gelegt werden, um dem Sexismus entgegen zu wirken.

Denn gerade in Zeiten von Abtreibungsverboten in Alabama und frauenverachtenden Stimmen, wie dem Gesundheitsminister Jens Spahn, scheint diese Petition wichtiger denn je. Der Feminismus hat noch nicht seinen Gipfel erreicht. Gesetze wie das der Luxussteuer beweisen die Notwendigkeit der Anerkennung der Frauen* in der Gesellschaft und die systematische Unterdrückung durch patriarchale Gesellschaftsstrukturen. Das Gesetz der Luxussteuer ist hier nicht das einzige Beispiel. 

Noch immer braucht es Hartnäckigkeit, Repräsentation und Durchhaltevermögen, um Veränderungen zu erzeugen

Die Debatte um §218 und §219a des Strafgesetzbuches zeigt, wie der Kampf gegen veraltete Gesetze in Bezug auf Feminismus aussehen kann. Auch diese Thematik der Schwangerschaftsabbrüche hat sich mit Demonstrationen hochgeschaukelt und kulminierte ebenso in einer Petition zur Abschaffung der von Jens Spahn angeforderten Studie, zu deren „seelischen“ Folgen. Auch diese Petition zählt derzeit knapp 90.000 Unterschriften, jedoch zeugt sie als Beispiel, wie mit solchen Aufruhen hierzulande umgegangen wird. Man ignoriert, nimmt das Recht zur Meinungsäußerung durch das gezielte Sperren von Kommentarfunktionen auf dem Instagram-Account von  Jens Spahn und entscheidet sich generell lieber für die einfachen Lösungen

Es braucht also eine Menge Hartnäckigkeit, Repräsentation und Durchhaltevermögen um Veränderungen anzustoßen, ob sie aber auch durchgeführt werden bleibt aber ungeklärt. Nichtsdestotrotz kann man sich nur wünschen, dass der Verlauf zur Problematik der Herabsenkung der Mehrwertsteuer auf weibliche Hygieneartikel dennoch anders verläuft.

*“Frau“ schließt hier alle Menschen mit Uterus ein

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Personal: Ruby

Sweatshirt: Pull & Bear // Jeans: Wrangler // Shoes: Vans

Bei euch halte ich die Zeit an. Bei euch schwimme ich durch weiße Stille. Den Kopf von wolkiger Watte umwickelt, die inneren Stimmen gedämpft. Bewege mich in scheinbarer Unendlichkeit, habe vergessen, welcher Tag heute ist. Es existiert nur noch das „dazwischen“: zwischen den Malzeiten, zwischen den Zeilen.

Personal: Die Wut in mir – Weltfrauentag 8.März 2019

Ich bin wütend. Und das sehr lange schon. Unterschwellig kocht es in mir, es brodelt und blubbert und will an die Oberfläche. Die Drahtseile der Gedanken zum Zerreißen gespannt. Alles ist nur eine Frage der Zeit. Wie lange? Wie lange? Wie lange? Wie viele Stunden, Tage und Minuten werde ich es noch unterdrücken können? Es runterschlucken und wie alle anderen verleugnen, verblenden, so tun, als wäre nichts. Als würde da nicht dieser riesige blaue Elefant im Raum sitzen. Ich bin nicht die Einzige, die ihn sieht und trotzdem umgehen wir ihn. Winden und schlingen uns vorbei, kneifen die Augen zusammen, schauen durch ihn hindurch.

Manchmal jedoch, verliere ich meine Kontrolle, dann entflieht ein riesiger Schwall lauter chaotischer Wortkotze meinem Mund, der nicht zu stoppen ist. Reflexartig und undurchdacht werfe ich meinem Gegenüber dann eine gebündelte Portion Meinung an den Kopf, die meist abprallt und dann zwischen uns im Raum hängenbleibt. Da ist sie nun, all die Wut, ich kann sie nicht mehr zurücknehmen, will ich auch gar nicht, aber das Gegenüber kann sie auch nicht annehmen. Weiß keine Antwort, wie und wann kommt die Reaktion? Wann? Ja wann?

Ich habe letztens mit einem Freund gesprochen, nachdem ich ihm genau so eine geballten wütenden Wortschwall entgegen gebracht habe, voller Passion meine Stimme erhob und wild mit den Händen fuchtelte. Er meinte, Menschen begeistern sich meist leidenschaftlich für eine Sache, weil sie davon betroffen sind. Weil sie es nachvollziehen können und ihren eigenen Bezug dazu haben. Mein Bezug: Ich bin eine Frau.

Ich bin wütend auf die Ungleichheit zwischen Männer und Frauen und deren Bevormundung. Überall scheint die Rede von „Equality“ und „Feminism“, aber eine wirkliche Gleichheit ist auch 2019 (!) noch lange nicht erreicht.

Seit Ende Januar warte ich nun schon auf eine ganz bestimmte Reaktion zu der Thematik, seit dem Beginn des Social Media Protestes der Berliner Organisation Stimmrecht gegen Unrecht um genau zu sein. Nämlich auf die, des Mannes, der meine Wut wieder aufflammen ließ. Es handelt sich um niemand geringeren, als Jens Spahn, den Gesundheitsminister.

Ein Mann, der durch seine populistischen Aussagen immer mal wieder in den Medien erscheint. Ein Mann, der glaubt aufgrund seines Amtes und der bloßen Tatsache ein Mann zu sein, über das andere Geschlecht zu urteilen, zu bestimmen und deren Urteilsvermögen anzweifeln zu können.

In der Debatte um die Paragrafen 218 und 219a des Strafgesetzbuches, welche Schwangerschaftsabbrüche als größtenteils illegal definieren und nicht nur deren Werbung verbieten, sondern auch Ärzten über diese sachlich auf ihren Webseiten zu informieren, hat sich Jens Spahn mehrfach im Ton vergriffen und öffentliche Frauenverachtende Aussagen getroffen. So würden wir als Frauen die Pille danach „wie Smarties fressen“. Außerdem wäre uns das Leben von Tieren wichtiger als das von ungeborenen Menschen. Nun die Kirsche auf der Sahne: Man hat ihm 5 Millionen Euro genehmigt, um eine Studie über die psychischen Folgen von Schwangerschaftsabbrüchen durchzuführen. Dies ist nicht nur eine Demütigung der gesamten Frauen, für die sich keine Worte finden lassen, sondern auch eine große Fehlinvestition. Denn: Renommierte Studien bezüglich dieser Thematik wurden schon zur Genüge durchgeführt. Und nur, weil einem das Ergebnis missfällt, gibt es einem nicht das Recht, so Steuergelder zu verprassen, die in anderen Gebieten, wie der Pflege, wesentlich besser aufgehoben wären.

Trotz unzähligen aufgebrachten Frauen, die sich gegen die Studie – ca 70.000 haben die Online Petition von der Bloggerin Nike van Dinther unterzeichnet – und gegen 219a aussprechen, gibt es immer noch keine offizielle Stellungnahme von Jens Spahn. Stattdessen löscht sein Social Media lieber Kommentare und Hashtags wie #weg219a und #5millionenspahnsinn.

Wenn man von der Debatte um Paragraf 218 und 219a des Strafgesetzbuch angestachelt, einmal ein bisschen mehr an der Oberfläche der Beziehung von Deutschland und dem Feminismus kratzt und sich tiefer in die Kluft der Rechte von Männern und Frauen begibt, erkennt man erst, wie viele Mängel und Ungleichheiten auch heute noch vorhanden sind. Dies spiegelt sich beispielsweise in der Gender Pay Gap wieder. Laut aktuellster Ergebnisse verdienen Frauen im Durchschnitt 21 Prozent weniger für die gleiche Arbeit – anders ausgedrückt: bis zum 18. März arbeiten Frauen demnach umsonst. Von Printmedien und deren Social Media Accounts, wie der des Frauenmagazins Petra, das durch Werbekampagnen immer noch veraltete Frauen- und Rollenbilder bedient, einmal abgesehen. Die Reduzierung von Frauen als körperliche Sexobjekte mit Sprüchen wie „wenn man Frauen Aufmerksamkeit, Küsse, ehrliche Komplimente und leidenschaftlichen Sex gibt, zicken die gar nicht rum. So einfach ist das“, sind weder hip, noch zeitgemäß, sondern einfach nur verachtend. Dass man über die äußere Hülle hinaus so viel facettenreicher und schlichtweg menschlich ist, passt in dieses Weltbild aber nicht herein. Wie auch, denn sonst würde eine komplette Industrie, die genau darauf aufgebaut ist, zusammenstürzen.

Und heute, am Freitag, den 8.März, werde ich von genau dieser inneren Stärke Gebrauch machen. Ich werde meiner Wut Ausdruck verleihen und diesmal nicht nur als unkontrollierter Wortschwall, ich werde etwas viel Lauteres tun: Etwas, das gesehen wird. Ich werde auf die Straße gehen und Teil eines Ganzen werden, einer Bewegung. Denn: Der Weltfrauentag ist nicht nur ein Feiertag, viel mehr ist er ein Kampftag. Und ich werde kämpfen. Für uns, für Frauen, für eine bessere Repräsentation und für Gleichberechtigung. Für Sicherheit, körperliche Selbstbestimmung und für Akzeptanz – kurz: Für eine bessere Zukunft.

Outfit: Heaven in Hiding

T-Shirt: Halsey Merch // Jeans: Bershka // Shoes: Dr Martens // Jewelry: 2nd hand

Es war an ihrem Geburtstag, als ich dir diesen neuen Teil von mir gezeigt habe, der schon so viel länger da ist.

Ich wusste noch nicht mal mehr, ob ich ihr gratulieren sollte. Konnte nicht mehr abschätzen, ob sie das überhaupt noch wollte. Ich muss an unsere letzte Unterhaltung vor ein paar Wochen denken. Als wir uns nach einem Jahr wieder sahen, an diesem kalten Abend voller Menschen, zu sehr in den stillschweigenden Worten gefangen. Irgendwie hatte sie mir nicht mehr zu sagen oder ich ihr, es fühlte sich nicht mehr echt an. Sind das jetzt wir? Diese gezwungenen Lächeln, Blicke, das schnellstmöglichen Entkommen der Situation. Wann haben wir die Abzweigung verpasst? An diesem einen Oktobermittag auf deinem Bett und meiner dunklen Laune? Oder war es schon so viel früher?

Zunächst ist es nur eine beiläufige Bemerkung, dann ziehe ich meine Seele blank unter dem Glasdach der Straßenbahnhaltestelle. Stehe in der Ecke und rede über all die Dinge, die schon lange das sind, die ich aber noch nie so detailliert ausgesprochen habe. Erfahrungen, die ich bis jetzt nur für mich aufbewahrt habe. Gedanken, Gefühle, Sicherheiten in der Unsicherheit.

Dieser große Schritt, der sich so besonders angefühlt hat, weil du mich schon so lange kennst. Das Prickeln im Nacken, es ist aufregend erleichternd zugleich, obwohl es nie eine Bürde darstellte. Eigentlich ist es doch so normal und dann wieder doch nicht. Aber sobald ich anfing es in Worte zu verfassen und du immer mehr nachfragst, ist es nicht mehr zu stoppen. Während wir erst durch die Nacht fahren, dann laufen, führen wir einige der ehrlichsten Gespräche unserer Freundschaft, zumindest für mich. Und ich realisiere, wie tiefgreifend das doch alles ist.

Personal: Waiting Game

Hat: 2nd Hand // Scarf: Selfmade // Coat: H&M // Jewellery: Gerstaecker // Pants: Mango // Shoes: Asos

Erwachsensein ist glaube ich, trotz des bis zum Halse schlagenden Herzens noch normal funktionieren zu können. Trotz der schwitzigen Hände, dich trotzdem ansprechen zu können. Einfach mal den Kopf ausschalten, den Gedankenstrom abklemmen, all die Hemmungen drei Schritte hinter mir zurücklassen. Hätten wir uns vor 15 Monaten getroffen, würde ich immer noch auf der Mauer sitzen, während du an mir vorbeiläufst. Allerdings wäre meinem jetzigen Ich deine Clique egal. Vielleicht hat es auch etwas mit meinem Selbstvertrauen zu tun, zumindest an den guten Tagen, aber ich tue die Dinge jetzt viel öfter. Wachse ein paar Zentimeter über mich hinaus, verwirkliche meine Entscheidung, auch wenn sie nur unterbewusst sind.

Hätten wir uns vor 15 Monaten getroffen, hätte ich mich niemals zu dir umgedreht und den ersten Schritt gemacht. Ich habe all die drückenden Gedanken ausgeschaltet, die mich immer wieder daran erinnern zu versuchten, wie interessant, spannend und anziehend ich dich fand. Wie gerne ich dich richtig kennengelernt hätte. Vielleicht habe ich mir auch einfach nur verboten, mir die Zukunft bis ins kleinste Detail auszumalen, denn dann treffen einen die Enttäuschungen erst recht und zwar richtig. Vielleicht habe ich meine Erwartungen heruntergeschraubt. Wenn ich davon ausgehe, dass du mich eh nicht magst und einfach nur nett bist, fällt es mir viel leichter nett zurück zu sein. Das Gespräch am laufen zu halten, Wörter über meine Lippen kommen zu lassen und die Muskeln entspannt.

Vielleicht fällt es mir auch nur leichter, weil du du bist. Und ich endlich aufgehört habe zu interpretieren.