Travel: Berlin, Berlin, Berlin

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In dem letzten halben Jahr war ich schon vier Mal in Berlin, was eigentlich schon relativ häufig ist, dafür dass ich dort gar nicht lebe. Im Durchschnitt war ich alle 2 Monate dort. Vorrangig hatte das natürlich mit den Unibewerbungen zu tun. Eigentlich will ich nicht wirklich, dass sich dieser Blog zu einem Reiseblog/-Tagebuch entwickelt, aber irgendwie bin ich im letzten halben Jahr so viel gereist. Dadurch habe ich jetzt relativ viel Material davon und weniger Modefotos, es wäre wirklich schade diese Bilder alle nicht zu teilen.

Little Berlin Moments:

  • Ausstellungen besuchen: Gianni Versace Retrospektive, Skalar, Museumsinsel, Wandelism, East Side Gallery, Bauhaus
  • So unglaublich viele Gefühle einfach, eine Achterbahnfahrt, zu oft war ich angespannt, voller Nervosität und obwohl es teilweise gefühlstechnisch einfach schlimm war und es mega anstrengend war, hatte ich aber gerade dabei so unglaublich viel Spaß und die besten Tage überhaupt
  • zu viele Mappenabgaben und Aufnahmeprüfungen
  • so viele neue coole Leute kennengelernt und erste Freundschaften geknüpft
  • so eine bunte Truppe, die durch Lidl stöbert auf der Suche nach essen
  • zusammen warten im Vorraum, klassische Musik, Sekt
  • immer weitergekämpft
  • verzwickte Momente an deinem Küchentisch, Freude im Unglück und besten Frischkäse
  • bin das erste Mal nach Berlin geflogen mit dem Kurs von der Uni aus England
  • Berlin auf eigene Faust erkunden, shoppen, endlich das Gefühl haben in der Freundesclique angekommen zu sein
  •  Schnee, Cafés, Kreuzberg, zu viele Eindrücke zum Verarbeiten
  • Freunde wieder treffen
  • per Zufall dieses geniale japanische Restaurant finden, U-Bahn Fahrten im Dunkeln
  • Berlin bei Nacht, um die Häuser ziehen auf der Suche nach Nachtisch
  • lange Zug- und Busfahrten, wieder so viel Zeit am Bahnhof verbringen, Zeitschriftenladen
  •  wieder nach Berlin fliegen
  • für ein paar Tage das Studentenleben schlüpfen, in der wunderschönen WG einer inzwischen viel besseren Freundin wohnen
  • gemeinsam einkaufen, kochen, magische Momente erleben, gute Gespräche
  • lange Spaziergänge in Mitte, dieser eine bestimmte Zeitschriftenladen
  • auf dem Spielplatz tollen, wie kleine Kinder und einfach sein und alles andere vergessen
  • gutes Gefühl nach der Prüfung haben
  • Spaziergänge durch Wedding
  • per Zufall über die schönsten Dinge stolpern, dieser Straßenmusiker, der einem Gänsehaut beschert
  • zum ersten Mal afrikanische Falafel essen, Gespräche mit Afrikanern am Imbiss, die uns über Shakalaka aufklären
  • und immer wieder U- und S-Bahn fahren
  • noch eine bekannte treffen, die inzwischen zur Freundin wurde
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Outfit: Bonfire

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Shirt: The Hunna Merch // Pants: Monki // Shoes: Vans

Mit schnellen Schritten verlasse ich das Gebäude. Ein letzter Blick über die Schulter, auf die grauen Laminatböden und großen Fenster, das Treppenhaus, die Kunstwerke. Vorbei an den Frauen im Flur, durch die Drehtüre, endlich raus aus dem alten DDR Komplex. Kurz die verzweifelnde Winterluft einatmen und dann weiter in die kalte Dunkelheit, den Lichtkomplex hintermir lassen, all das. Mit großen Schritten voran, möchte so schnell wie möglich fort, niemandem der letzten Tage begegnen, bemühe mich krampfhaft die Fassade aufrecht zu erhalten. Muss den Schmerz noch ein paar Minuten hinauszögern, muss Abstand, zwischen dem was war und dem was jetzt ist, schaffen. Endlich geht jemand ans Telefon, die Worte fließen aus mir heraus, während im Laternenlicht erste Schneeflocken tanzen. So frei und unbekümmert, befreit von der Angst vor dem Aufprall, sind einfach nur. So ambivalent und friedlich, während bei mir grad mal wieder alles den Bach runter geht. Naja, vielleicht nicht alles, aber ein großer Teil. Ich halte kurz inne und lächele. Lächele, über die Situation und wie etwas so unwirklich schön im Unglück sein kann. Als wolle mir das Universum einen Streich spielen, denke das könne doch nicht wahr sein. Das Lächeln nun viel mehr eine ironische Grimasse, verzerrt, gefrohren, erschöpft. 

 Ich nähere mich der Bahnhaltestelle, kann mich endlich von der drückenden Last des Portfolios befreien, lasse es enttäucht und wütend auf den Boden sinken. Falle auf die Bank daneben, betrachte die Schienen. Wie leise der Schnee doch im Scheinwerferlicht durch die Bäume fällt. Versuche zu rechtfertigen, warum das alles passiert ist und schiebe gleichzeitig die verhängnisvollen Wahrheiten an den dunklen Abgrund meines verdrehten Gehirns. Versuche zu verstehen, resigniert zu sein, es raus zu lassen, aber nicht zu sehr an mich ran. Und immer eure beteuernden Worte im Ohr, leere Hüllen, die mich vor dem Schlimmsten bewahren sollen. Und plötzlich kann ich nicht anders, es geht einfach nicht mehr, der Damm endlich gebrochen. Das Makeup nun in traurigen Striemen über das Gesicht verteilt.

Auch während der ganzen Heimfahrt kann ich die Tränenlawinen nicht stoppen. Und eigentlich will ich es auch nicht. Möchte mir einmal diesen Moment zugestehen, kann ab morgen wieder stark sein, kann ab morgen wieder weiter kämpfen. Vielleicht ist das meine Art mit der Niederlage umzugehen, nachdem ich jedem beteuert habe, wie gut es mir doch ginge, Umarmungen verteilte und versuchte fair zu sein. Und vielleicht ging es gar nicht so sehr darum, dass ich wieder nicht reichte, sondern das es mir viel mehr gezeigt hat, was ich wirklich möchte. Mich verführte, mit dem, was ich hätte haben können. Mein inneres Feuer kurz erkalten ließ, um es jetzt noch höher brennen zu lassen, Spiritus hineinzugießen und es wieder zu entfachen – um es resistenter werden zu lassen.  


Habe zwar den eigentlichen sehr verletzlichen und rohen Ton, der oben geschilderten Situation nicht ganz getroffen, aber so halb. War vor 2 Wochen in Berlin zur Aufnahmeprüfung für einen Bachelor im Modedesign an der Kunsthochschule Weißensee. Diese 4 sehr aufregenden Tage waren eine tolle, aber auch sehr nervenzährende Erfahrung. Ich durfte viele mega tolle Menschen kennenlernen und bin sehr froh bei meiner ersten Aufnahmeprüfung so weit gekommen zu sein. Wenn nicht, hätte mich das echt zerstört haha. Wie oben schon angedeutet, bin ich leider in der allerletzten Runde rausgeflogen und war somit nicht unter den 17, welche eine Chance auf einen Studienplatz bekommen haben. Allerdings habe ich am selben Abend erfahren, dass ich eine Platz am London College of Communication (UAL) für Magazine Journalism und Publishing habe, was mich dann erheblich aufgeheitert hat.

Nichtsdestotrotz möchte ich meine Erfahrungen der Aufnahmeprüfung in einem weitern Post detaillierter schildern. Gerade auch für mögliche zukünftige Prüflinge, denn als ich vor der Prüfung im Internet suchte, habe ich nur vage Erfahrungsberichte von Leuten aus 2005 gefunden…

Zu den obigen Bildern, auch die sind vor 3 Wochen in der Heimat entstanden, als es gerade anfing zu schneien. Zur Zeit bin ich allerdings schon wieder zurück in England und arbeite heftig an meinem neuen und leider auch letzten Projekt (dem Final Major Project oder auch UNIT 7). Wir haben die Recherchephase größtenteils abgeschlossen und sind nun schon in der Experimentier- und Ausprobierphase. Mal schauen, wie das so wird und wie sich alles weiterentwickelt. In weiteren 3 Wochen werde ich jedenfalls schon wieder in Berlin sein, um an einer anderen Aufnahmeprüfung teilzunehmen – hoffentlich läuft das dann besser.

Bis dahin! x